Computerhandel Aldi stiehlt Fachhändlern wieder die Show

Rechtzeitig vor Weihnachten avanciert der Discounter Aldi für wenige Minuten wieder zum größten Computerhändler Deutschlands. Zwischen Fruchtsäften und Brühwürfeln gibt es PCs zum Dumpingpreis - und sind sofort ausverkauft.

Hamburg - Können Computer-Käufe Volksfest-Charakter haben? Wenn der Lebensmitteldiscounter Aldi Rechner anbietet, offenbar ja. Dann stellen sich die ersten Interessenten schon am frühen Morgen an. Lokalradios machen Verkehrsfunk der besonderen Art - "Wo sind die Schlangen am kürzesten?". Nach zehn Minuten sind die Rechner ausverkauft. Und am Tag darauf finden sich die ersten glücklichen Käufer mit Foto in der Boulevardzeitung.

Am heutigen Mittwoch war es im Norden wieder soweit. Zwischen Brühwürfeln und Fruchtsaft-Kartons lockten Heim-Rechner und Zubehör zum Billigpreis. Den PC mit 900 Megahertz, DVD-Player und TV-Karte zur Ausgabe der DVD-Filme auf dem Fernseher stellt Aldi Nord für knapp 2.600 Mark ins Regal.

Einen TFT-Flachbildschirm gibt es dazu für knapp 1.500 Mark. Boxen, Drucker und Scanner sind dann schon nicht mehr so preisgünstig, doch wer weiter sparen will, packt sich noch ein schnurloses Telefon in den Wagen. Alle Produkte tragen das Label "Lifetec".

Ein schwarzer Tag für den Rest der Computerhändler. Sie verlieren einen Gutteil ihrer potenziellen Kundschaft an den Lebensmittel-Discounter. Und während der Fachhandel und vor allem viele Internet-Computerversender in Tests der Fachzeitschriften allzu oft schlechte Noten erhalten, muss sich Aldi um den Ruf seiner Ware nicht sorgen.

In wenigen Tagen verkauft der Lebensmittel-Preisbrecher Computer in Stückzahlen, die als Quartalsergebnis bei vielen Fachhandelsketten die Sektkorken fliegen lassen würden.

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