Epcos Gewinn um 191 Prozent gestiegen

Der Handyboom beschert dem Bauelemente- Spezialisten ein stürmisches Wachstum. Vorstands-Chef Klaus Ziegler verkündet zweistellige Zuwachszahlen.

München - Nun will er den Expansionskurs mit etwas gebremsterem Tempo fortsetzen. "Bei den elektronischen Bauelementen herrscht eine gesunde Zuversicht", sagte er am Mittwoch in München.

Für das Geschäftsjahr 2000/01 rechne das DAX-Unternehmen mit einem noch immer überdurchschnittlichen Umsatzplus von 25 bis 35 Prozent. Einen Wachstumsschub verspreche unter anderem die Einführung der neuen Mobilfunkgeneration UMTS. Auch für die nächsten zwei Geschäftsjahre erwarte der Konzern ein "gutes Wachstum".

Im Geschäftsjahr 1999/2000 bescherte vor allem der Handyboom dem Konzern ein Umsatzplus von 63 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern seine im Sommer bereits nach oben korrigierten Prognosen leicht. Der Jahresüberschuss wurde auf 240 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg um 191 Prozent auf 336,3 Millionen Euro. Der EPCOS-Aktienkurs legte am Morgen gegen den Trend an den deutschen Aktienmärkten um zwischenzeitlich gut zwei Prozent auf zu.

Den Aktionären solle eine Dividende von einem Euro ausgezahlt werden, hieß es. Auch im laufenden Geschäftsjahr sollen die Investitionen wegen der positiven Gewinnentwicklung aus eigener Kraft finanziert werden, eine Kapitalerhöhung ist derzeit also nicht geplant.

Passive Bauelemente wie Kondensatoren und Keramikbausteine finden sich in fast jedem elektronischen Gerät. Epcos sieht sich als Nummer eins in Europa und mittlerweile auf dem zweiten Rang weltweit. Der Siemens-Ableger ist seit Februar im DAX notiert. Ausgegeben wurde die Aktie beim Börsengang vor gut einem Jahr für 31 Euro. Das Jahreshoch lag bei etwa 190 Euro.

Siemens und der Matsushita-Konzern halten noch jeweils 12,5 Prozent plus eine Aktie an Epcos.

Künftige Wachstumsfelder sieht Ziegler vor allem in der Autoelektronik und im Internetbereich. Multimedia-Anwendungen würden mittelfristig die Hauptrolle übernehmen und "riesige neue Wachstumsmärkte eröffnen".

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