Deutsche Bahn Vorkriegszustände im Bayerischen Wald

Die Pannenserie bei der Bahn nimmt kein Ende. Jetzt muss Bahnchef Mehdorn auch den Pendolino aus dem Verkehr ziehen.

Nürnberg - Für die Deutsche Bahn AG und ihre Kunden kommt es derzeit knüppeldick. Chronischer Geldmangel bei der Sanierung teilweise maroder Strecken führt im Fernverkehr häufig zu Verspätungen. Seit Dienstag steht nun auch das einstige Paradepferd im Regionalverkehr auf dem Abstellgleis.

Nach neu aufgetretenen technischen Pannen hat die Bahn jetzt die letzten Triebwagen der Neigetechnik-Baureihe 610 aus dem Verkehr gezogen. Ersatz für den Pendolino ist nicht in Sicht.

Bis auf weiteres fahren auch auf den Strecken in die Oberpfalz nur noch lokbespannte Züge. Wie lange der Notfahrplan in Kraft bleiben muss, kann auch Bahnsprecher Horst Staimer nicht sagen.

Die Kunden müssen sich in Geduld üben. Auf die Frage, wie lange sie noch mit Verspätungen leben müssen, antworten Zugbegleiter nur lapidar: "Das wüssten wir selbst gerne."

In den betroffenen Gemeinden hat man dafür wenig Verständnis: "Das sind ja Vorkriegszustände", schimpfen die Politiker. Einen Zeitpunkt für den Ersatz der schadhaften Pendolino-Züge durch Neigetechnik-Züge der neuen Baureihe 612 können die Bahn-Verantwortlichen nicht nennen.

"Ich traue der Industrie nicht zu, dass sie funktionsfähige Fahrzeuge ausliefert", schiebt DB-Regio-Chef Nordbayern, Günther Pichler, den Schwarzen Peter weiter. "Das ist seit Jahren ein Trauerspiel."

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