Telekom Baut Position im Markt der Zukunft nicht aus

Konzern-Lenker Ron Sommer will sich nicht an der UMTS-Versteigerung in Frankreich beteiligen. Anders als Vodafone-Chef Chris Gent hält er eine Lizenz im Nachbarland für überflüssig.

Bonn - Der Vorstand teilte seine Entscheidung am Dienstag nach Börsenschluss mit. Ein Einstieg in den französischen UMTS-Mobilfunkmarkt sei nicht im Interesse des Unternehmens und der Aktionäre, sagte ein Sprecher.

Dies sei keine Entscheidung gegen Frankreich oder den französischen Markt. Man wolle die Aktivitäten auf Märkte mit bestehender Kundenbasis und Netz-Infrastruktur konzentrieren. Frankreich bleibe ein wichtiger Markt für die Telekom.

Frankreich ist nach Italien und Spanien bereits das dritte große europäische Land, in dem die Telekom in der Vergabe der UMTS-Lizenzen einen Rückzieher macht. Damit fällt sie gegenüber dem britischen Konzern Vodafone und France Télécom zurück, die ihre Position als Marktführer im europäischen Mobilfunkmarkt der Zukunft ausbauen.

In Frankreich werden die UMTS-Lizenzen Mitte 2001 vergeben. Die Regierung hat sich für eine Vergabe der vier Lizenzen für nach Eignung entschieden, nicht für eine Auktion wie in anderen europäischen Ländern. Der Festpreis pro Lizenz liegt bei rund fünf Milliarden Euro (9,75 Milliarden Mark).

Frankreich bleibe trotz der Entscheidung ein "sehr wichtiger Markt" für die Telekom, erklärte Sommer. Er verwies auf seine Beteiligungen im Festnetz-, Internet- und IT-Dienstleistungsgeschäft. Auch im Mobilfunk gibt die Telekom Frankreich nicht auf.

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