Lauda Air Austrian Airlines setzt sich durch

Der dreifache Formel-I-Weltmeister Niki Lauda ist als Vorstand seiner Fluglinie zurückgetreten. Damit gibt er der anhaltenden Kritik an seiner Person nach.

Wien - Anlass des Rücktritts sei auch die Kritik der Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG an Fremdwährungsgeschäften der Lauda Air. Lauda erklärte: "Ich lasse dahingestellt, ob diese Kritik berechtigt ist, wie sie zu werten ist und ob mich persönlich irgendein Vorwurf treffen kann."

Da er aber immer erklärt habe, von seiner Funktion zurückzutreten, wenn auch nur der Anschein eines Grundes zu einer Kritik an ihm bestehe, trete er als Vorsitzender des Vorstandes der Lauda Air zurück.

Im Bericht der Wirtschaftsprüfer KPMG sei "keine wie immer geartete Bereicherung meiner Person festgestellt" worden, erklärte Niki Lauda weiter, "auch kein Schaden, der der Lauda Air etwa entstanden wäre".

Kritisiert worden sei "allerdings das in den Bereich des Finanzvorstandes fallende interne Kontrollsystem im Zusammenhang mit Fremdwährungsgeschäften".

Der Gründer der Airline war als Vorstandschef auch für die Ressorts Flugbetrieb einschließlich Öffentlichkeitsarbeit und Verhandlung strategischer Partnerschaften zuständig. Die Airline, hatte 1998/99 erstmals seit 1991 keinen Gewinn erwirtschaftet. Die Verluste im vergangenen Geschäftsjahr beliefen sich auf 1,1 Milliarden Schilling, etwa 157 Millionen Mark.

Darüber entbrannte ein Streit zwischen Lauda und der Austrian Airlines (AUA), die heimischen Medien sprachen sogar von einer "Luftschlacht". AUA hält 36 Prozent der Lauda-Anteile; der Airline-Chef besitzt 30 Prozent. Erstere hatte sich bemüht, den 20 Prozent-Anteil der Lufthansa an Lauda Air zu übernehmen und Lauda zum Ausscheiden zu zwingen.

Heimische Branchenexperten erwarteten nun die Übernahme der Lauda-Mehrheit durch die teilstaatliche AUA und die Bildung einer übergreifenden Holding. Die könnte dann die beiden Fluggesellschaften sowie die regionale Linie Tyrolean Airways steuern, die schon eine 100-prozentige AUA-Tochter ist. Die AUA ist Mitglied in dem von der Lufthansa geführten Luftfahrtbündnis Star Alliance.

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