Intraware Ausstieg bei dem Kapitalvernichter

Mitgründer Joachim Weber zieht die Konsequenzen aus schwachen Umsatzzahlen und verlässt die Software-Schmiede. Nun müssen die verbliebenen Vorstände das Steuer herumreißen. Die Aktien liegt seit der Emission am Boden.

Petersberg - Nach enttäuschenden Geschäftszahlen ist der Mitgründer und Vertriebschef von Intraware, Joachim Weber, aus dem Unternehmen ausgeschieden. Der am Neuen Markt notierte Anbieter von Datenmanagement-Software bezeichnete dies am als "eine Konsequenz aus der zuletzt bekannt gewordenen Umsatz- und daraus resultierenden Ergebnisanpassung".

Der Firmenmitgründer Lars Bornemann (32) und der Finanzchef Markus Ernst (32) führen vorerst die Vorstandsgeschäfte allein weiter. Sie wollen das Unternehmen restrukturieren und den Vertrieb forcieren. Der 31-jährige Weber hatte die Intraware-Vorgängerfirma Analysis gegründet und zehn Jahre Erfahrung im Management des Unternehmens.

Intraware machte sich als Börsenflop einen Namen am Neuen Markt. Seit der Erstnotiz im Mai dieses Jahres ist der Kurs steil abgefallen und liegt derzeit knapp 90 Prozent unter dem Emissionspreis.

Anfang der Woche hatte Intraware eine Umsatzwarnung ausgegeben und die Planziele für das laufende Jahr zurückgenommen. Statt 17,5 Millionen Euro Umsatz erwartet Intraware nun zehn Millionen Euro.

Verzögerungen bei der Einführung der WAP-Technologie und bei Investitionen von Kunden drückten auf die Umsätze neuer Produkte, hieß es. In der Folge werde ein Jahresfehlbetrag (nach IAS) von 15 Millionen Euro erwartet.