WestLB Börsengang der Salzgitter AG nicht beeinflusst

Die Westdeutsche Landesbank hat Vorwürfe dementiert, den Börsengang der Salzgitter AG beeinflusst zu haben. Die Konsortialbanken mussten die ehemalige Preussag-Tochter kurz nach der Erstnotiz mit Stützungskäufen helfen.

Düsseldorf/Hannover - Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) hat bestritten, den Börsengang der Salzgitter AG im Juni 1998 beeinflusst zu haben. Entsprechende Äußerungen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Salzgitter AG, Hans-Joachim Selenz, vor den Landtagsfraktionen von CDU und Grünen am Freitag entbehrten jeglicher Grundlage, teilte die WestLB am Wochenende in Düsseldorf mit.

Selenz hatte bei seiner Anhörung vor den Landtagsfraktionen die WestLB beschuldigt, massiv in den Börsengang der Salzgitter AG eingegriffen zu haben. Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) sei damals deshalb zu Stützungskäufen gezwungen worden, erklärte Selenz.

Die WestLB erklärte dagegen, sie sei nicht im Emissionskonsortium der Salzgitter AG vertreten gewesen und habe deshalb keine Aktien verkaufen können. Auch im Einzelhandel habe die WestLB "weder direkt noch über Dritte Verkäufe getätigt".

Die WestLB ist an der ehemaligen Salzgitter-Konzernmutter Preussag beteiligt.

Die Vorwürfe gegen die WestLB sind Teil der Affäre rund um die Bestechungsvorwürfe gegen den Preussag-Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn.

Frenzel soll Selenz Millionen geboten haben, damit die Stahl-Tochter der Preussag ins Ausland verkauft wird. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) verhinderte Anfang 1998 den Verkauf nach Österreich.

Niedersachsen und die Nord/LB übernahmen die Preussag Stahl für 1,06 Milliarden Mark. Als beim Börsengang im Juni 1998 ungewöhnlich viele Aktien auf den Markt geworfen wurden, war die Nord/LB zu Stützungskäufen gezwungen. Seither hält sich das Gerücht, die WestLB habe den Börsengang mit drastischen Verkäufen beeinflusst.