BSH Bosch-Siemens Wörner verlässt den "Weiße-Ware-Konzern"

Wachablösung bei Europas größtem Hausgeräte-Konzerns: Herbert Wörner macht Platz für seinen Nachfolger Kurt-Ludwig Gutberlet. Der Zeitpunkt ist klug gewählt. BSH erwartet ein Rekordergebnis und auch ein Börsengang scheint möglich.

München - Nach knapp 14 Jahren an der Spitze des drittgrößten Hausgeräte-Konzerns der Welt verlässt Herbert Wörner zum Jahresende BSH Bosch-Siemens. "2000 wird das beste Jahr in der Geschichte von BSH, das ist ein guter Zeitpunkt, zu gehen", sagte Wörner in München.

Unter der Führung des 62-Jährigen entwickelte sich das Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Siemens zu einem weltweit aktiven Konzern.

Der Umsatz kletterte während seiner Amtszeit von 3,5 auf zwölf Milliarden Mark. Nachfolger Wörners wird der 43-jährige Kurt-Ludwig Gutberlet, derzeit als Geschäftsführer für den Deutschland-Vertrieb und die Ressorts Marketing, Dienstleistungen und Konsumprodukte verantwortlich.

In diesem Jahr schiebt sich die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte laut Wörner weltweit auf den dritten Rang vor und überholt damit erstmals den Konkurrenten General Electric. "Es war immer eines meiner Ziele, zu den Top drei zu gehören", sagte Wörner. In Europa ist BSH der erfolgreichste Konzern, die schwedische Electrolux ist weltweit aber größer.

Zudem sei die Restrukturierung des Konzerns mittlerweile weitgehend abgeschlossen, sagte Wörner. In diesem Jahr rechne er mit einer Vorsteuer-Rendite von sechs Prozent. 1999 steigerte BSH den Umsatz um fünf Prozent auf 10,7 Milliarden Mark.

Da der Markt für die so genannte "Weiße Ware" wie Kühlschränke, Geschirr- und Waschmaschinen in Deutschland kaum noch wächst und hart umkämpft ist, setzte Wörner in den letzten Jahren auch durch Übernahmen auf eine starke Auslandsposition.

In Asien ist der Konzern beispielsweise ebenso gut aufgestellt wie in Südeuropa. "Deutschland ist und bleibt aber unser wichtigstes Standbein", sagte Wörner.

Durch eine regelmäßige Steigerung der Produktivität sei es gelungen, auch 2000 die Zahl der Stellen hier zu Lande leicht zu erhöhen. Von den 37.000 BSH-Arbeitsplätzen sind rund 16.000 in Deutschland.

Handlungsbedarf für seinen Nachfolger sieht Wörner vor allem in den USA. Hier komme BSH in diesem Jahr zwar auf etwa 750 Millionen Mark Umsatz. Allerdings sei das auf Dauer zu wenig. Der Konzern könne entweder versuchen, im gehobenen Segment aus eigener Kraft zu wachsen und so einen Marktanteil von etwa zwei bis drei Prozent erreichen. Für ein größeres Stück des US-Kuchens seien aber Zukäufe notwendig.

Hilfreich könnte dabei nach Einschätzung von Beobachtern ein Börsengang der BSH sein. Obwohl die großen Konkurrenten allesamt börsennotiert sind, konnten sich die Gesellschafter aber bisher nicht zu dieser Lösung durchringen. Von den beiden Gesellschaftern ist allerdings nur Siemens eine Aktiengesellschaft.

Möglicherweise wird es aber unter Wörners Nachfolger einmal so weit sein.