Cobra Aktionäre fordern Hauptversammlung

Die Investorengruppe hat ihren Kampf um Einfluss auf die Geschicke der Commerzbank noch nicht aufgegeben. Sie fordern eine außerordentliche Hauptversammlung und Schadensersatz vom Management.

Hamburg - Die Verwässerung ihrer Commerzbank-Anteile durch die Ausgabe junger Aktien an den italienischen Versicherer Generali wollen 39 Cobra-Partner nachträglich torpedieren. Dies berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe.

Die Cobra hätte deswegen per Fax die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung der Commerzbank beantragt.

Die Cobra-Partner wollten zudem, dass die Hauptversammlung dem Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen und seinen Vorstandskollegen das Misstrauen ausspricht und forderten Schadensersatz vom Management. Sie argumentieren dem Bericht zufolge, dass die Commerzbank-Führung die jungen Aktien unter Wert an die Italiener verkauft habe.

Die Bank halte den Antrag für unvollständig, schreibt das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe. Sie fordere von den Antragstellern Bestätigungen ihrer Banken, dass sie bereits länger als drei Monate mehr als fünf Prozent der Cobra-Aktien besäßen. Kohlhaussen wolle aber mit den Antragstellern verhandeln. Nach früheren Angaben bündelt die Cobra gut 17 Prozent der Anteile.

Die Cobra ist ein Zusammenschluss von Commerzbank-Aktionären, die die Fusion der Frankfurter Großbank mit einem ausländischen Bankkonzern betreiben. Um den Angriff auf die Unabhängigkeit des Institutes abzuwehren, hatte der Commerzbank-Partner Assicurazioni Generali SpA (Triest) seinen Anteil an der Bank von fünf auf zehn Prozent aufgestockt. Die spanische Großbank BSCH, die 5,1 Prozent an der Commerzbank hält, folgte diesem Schritt jedoch nicht.