Deutsche Börse Will einen Platz auf dem Kurszettel

Vorstandschef Werner Seifert will nach der gescheiterten Fusion mit der London Stock Exchange wieder selber den Gang an die Börse wagen. Die alten Pläne zur Euroboard-Gründung werden wieder aufgefrischt.

München/Frankfurt am Main - Nach dem Scheitern ihrer Pläne zur Fusion mit der Londoner Börse hat die Deutsche Börse nach Informationen des Magazins "Focus" ihre alten Pläne für einen eigenen Börsengang wieder aufgenommen.

Am Dienstag werde der Vorstand der Frankfurter Börsengesellschaft über die Pläne beraten, schreibt das Nachrichtenmagazin. Mitte Dezember könnten der Aufsichtsrat und im Januar die Hauptversammlung den Starschuss für einen Börsengang geben.

Bereits im März hatte der Aufsichtsrat einen Börsengang gebilligt. Damals war eine Erstnotierung am Neuen Markt für Ende Mai 2000 angepeilt worden. Die Deutsche Börse sollte dabei in Euroboard umbenannt werden und sich "weiter für die großen internationalen Marktteilnehmer öffnen".

Kurz darauf überraschte der Vorstandschef Werner Seifert die Börsenwelt aber mit Plänen zur Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) zur iX. Das Vorhaben scheiterte an inneren Widerständen und einem feindlichen Übernahmeangebot des Betreibers der Stockholmer Börse für die LSE.

Derweil haben sich die Börsen von Paris, Amsterdam und Brüssel zur Euronext zusammengeschlossen, die im kommenden Jahr ebenfalls an die Börse gehen soll.