Kolumne Biotech-Bubble?

Anleger haben am Biotech-Boom prächtig verdient. Einige Aktien werden jedoch bald drastisch an Wert verlieren, meint Georg Thilenius. Der Vermögensverwalter nennt aussichtsreiche Werte in dieser Zukunftsbranche.

Hamburg - Derzeit sinken die Kurse und Bewertungen von Unternehmen, die hohes Gewinnwachstum und entsprechend hohe Kurs-Gewinn-Verhältnisse haben. Besonders hart erwischt es Aktien, die keine Gewinne ausweisen. Deren sogenannte Geschäftsmodelle beruhen auf optimistischen Angaben für zukünftige Umsätze und Erträge.

Besonders beobachten wir dieses Phänomen bei Technologieunternehmen, die mit Internet und Telekommunikation im weitesten Sinn zu tun haben. Vom Blutbad verschont blieben bisher Biotechnologieaktien.

Die Erfahrung lehrt uns jedoch, dass bei einer Marktkorrektur früher oder später alle Branchen und alle Werte dieser Branchen auf die neuen Bewertungsrelationen zurückgeführt werden. Keine Branche wird auf die Dauer immun sein.

Der langfristige und nicht spekulative Investor wird sich deshalb mit seinen Biotechnologieaktien auf die sichere Seite begeben. Er wird darauf gefasst sein, dass genauso wie bei Internet-Werten die Aktien ohne Gewinn oder konkrete Gewinnaussicht in nächster Zeit als erste unter die Räder geraten.

Er wird in diesen Werten Gewinn mitnehmen. Falls er bei Biotech bleiben möchte, wird er in Werte umschichten, die sichere Gewinne erwirtschaften und Steigerungen erwarten lassen.

Gefährdet erscheinen vor diesem Hintergrund unter anderem Evotec, GPC Biotech, Mologen, Morphosys und November.

Profitable Unternehmen und daher durch nachvollziehbare Bewertungen einigermaßen abgesichert, sind: Amgen, Biogen, Medimmune, Qiagen, CyBio und Rhein Biotech.

Die letzten drei haben allerdings sehr hohe Kurs-Gewinn-Verhältnisse, die in der Korrektur auch leiden könnten. Aber langfristig ist hier eine hohe Sicherheit der Ertragsprognose vorhanden, die mögliche Kursrückgänge nach unten begrenzen dürfte.