EZB Euro keine Konkurrenz für den Dollar

Der Vorstands-Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, fordert von der Notenbank mehr Transparenz. Bisher dringen Informationen über die Vorhaben der Währunghüter zu schleppend an die Finanzmärkte.

Frankfurt am Main - Generell bescheinigte Breuer aber der EZB eine gute Arbeit. Trotz des rasanten Ölpreisanstiegs sei die Preisstabilität in den Euroländern gewährleistet, sagte er auf dem 10. Europäischen Banken-Kongress am Freitag in Frankfurt. Zudem habe die Konjunktur auf dem Kontinent eine Dynamik erreicht wie seit gut zehn Jahren nicht mehr

Übertriebene Erwartungen

Der Euro wird allerdings nach Einschätzung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, in absehbarer Zeit dem US-Dollar nicht die Rolle als internationale Leitwährung streitig machen können.

Duisenberg bezeichnete Erwartungen bei der Einführung des Euro Anfang 1999, er könne rasch eine ernste Konkurrenz zum Dollar werden, als übertrieben. Die europäische Gemeinschaftswährung habe aber schon eine starke Position entsprechend der wirtschaftlichen und finanziellen Größe des Euro-Raumes besetzt.

Nach Ansicht des Präsidenten der EU-Kommission, Romano Prodi, muss Europa zu einer echten Großmacht zusammenwachsen. Nur so könne der politische Einfluss international gesichert werden.

Das Versagen im Balkan-Konflikt und die hilflosen Reaktionen auf den drastischen Ölpreisanstieg zeigten die Schwächen der Europäischen Union. Nur wenn Europa mit einer Stimme spreche, könne der Kontinent sowohl politisch als auch ökonomisch seine Rolle als Großmacht spielen.

"EU müsste mit einer Stimme im IWF auftreten"

Die akute Kursschwäche des Euro zum Dollar wird nach Prodis Worten früher oder später vorüber sein. Aber auch für eine starke gemeinsame Währung ist nach Darstellung des Kommissionspräsidenten eine stärkere Koordination der Haushaltspolitik in Europa notwendig.

Europa fehle bislang eine klare und verlässliche Fiskalpolitik. Auch benötige die EZB einen kompetenten Ansprechpartner und nicht viele Regierungen. Diese Funktion als Koordinator der nationalen Politiken könne die EU- Kommission übernehmen.

Der Präsident der EU-Kommission machte vor mehreren hundert Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft einen konkreten Vorschlag, wie das europäische Gewicht bei internationalen Finanzfragen schlagartig gestärkt werden könne.

Die Mitglieder der Europäischen Währungsunion müssten nur ihre Anteile am Internationalen Währungsfonds (IWF) bündeln und mit einer Stimme auftreten. Zusammen hätten sie eine höhere Quote im IWF als die USA.