US-Wahl Jetzt entscheiden die Briefe

Sie zählten und zählten - aber umsonst. Die Ergebnisse der Nachzählung in Florida dürfen nicht in das Endergebnis einfließen.

Tallahassee - Ein Berufungsgericht in Tallahassee wies am Freitag einen Antrag der Demokraten ab, die Ergebnisse von Handauszählungen in mehreren Bezirken Floridas nachträglich zu berücksichtigen. Florida will am Samstag nach Auszählung der Briefwahlstimmen das offizielle Wahlergebnis bekannt geben.

Die Briefwahlstimmen müssen bis Samstagfrüh um 6.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit eingegangen sein. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis führt der Republikaner George W. Bush mit 300 Stimmen vor seinem demokratischen Kontrahenten Al Gore.

Die republikanische Inneministerin Floridas, Katherine Harris, hatte es abgelehnt, die Ergebnisse von Nachzählungen per Hand nachträglich in das vorläufige offizielle Endergebnis aus Florida einfließen zu lassen. Ihre Haltung wird durch den Gerichtsbeschluss bestätigt. Richter Terry Lewis sagte, Harris habe eine vernünftige Entscheidung gefällt.

Al Gore gibt nicht kampflos auf

Der demokratische US- Präsidentschaftskandidat Al Gore will nun den Gerichtsbeschluss anfechten. Ein Gore-Mitarbeiter sagte am Freitag, Gores Rechtsberater seien zuversichtlich, dass die Ergebnisse von Handauszählungen in mehreren Bezirken doch nachträglich für das Endergebnis in dem Bundesstaat berücksichtigt würden.

Sie wollten vor dem Obersten Gericht Floridas einen entsprechenden Beschluss erwirken. Ein Berufungsgericht hatte den Antrag der Demokraten abgelehnt, Ergebnisse von Handauszählungen nachträglich zu berücksichtigen.

Mehrere pro-demokratische Bezirke hatten ungeachtet des noch ausstehenden Gerichtsbeschlusses mit der Handauszählung begonnen.

Bislang hat keiner der beiden Kandidaten die notwendigen 270 Stimmen im Wahlmännergremium mit seinen 538 Mitgliedern. Florida mit seinen 25 Stimmen ist daher wahlentscheidend.