Concorde Geschäfte mit der Tragödie

Als am 25. Juli der Flug AF4590 in der Nähe von Paris abstürzte, ging eine Ära zu Ende. Doch der Mythos lebt weiter. Davon profitieren vor allem auch Modellbauer.

Hamburg - Die Nachfrage nach Concorde-Modellen sei seit dem Inferno von Paris drastisch angestiegen, sagt Wolfgang Stolpe von der Nürnberger Firma Schabak, des nach eigenen Angaben weltweit größten Herstellers von Flugzeug-Miniaturen.

"Wir haben darauf verzichtet, unseren exakten Profit nach der Katastrophe auszurechnen", meint der Sprecher. "Aber ich schätze, dass wir gut 25 Prozent an Concorde-Modellen mehr verkauft haben."

Die Firma stellt den Unglücks-Flieger aus Metallguss exclusiv für Air France in den Größen elf und 20 Zentimeter her. Die größere Variante verfügt sogar über eine originalgetreue Klapp-Nase.

In den vergangenen 25 Jahren wurden knapp 3,3 Millionen Concorde-Miniaturen verkauft. "Die Nachfrage steigt immer dann, wenn ein Vogel fällt", fasst Manfred Stolpe seine Erfahrungen zusammen. "Wir finden es auch makaber, aber durchaus menschlich."

Auch bei dem Absturz des Swiss-Air-Jumbos 1998 vor der kanadischen Küste sei diese Tendenz deutlich gewesen. In den Souvenirgeschäften des Züricher Flughafens waren die eisernen Mini-Boeings sogar fast vergriffen.

Die Concorde war schon vor dem Pariser Inferno das beliebteste Modell-Flugzeug. Ähnlich wie bei den Autos, wo kleine rote Ferrari am gefragtesten sind. "Oft kaufen sich die Menschen das als Miniatur, was sie sich als Original nicht leisten können", erklärt Stolpe.

Jan Grossarth