Depfa Börsengang verschoben

Das derzeit schlechte Börsenumfeld fordert ein weiteres prominentes Neuemissions-Opfer. Die Immobilien-Software-Tochter der Depfa hat ihren Börsengang auf unbestimmte Zeit verschoben.

Frankfurt am Main - Die Wiesbadener DePfa-Gruppe hat den Börsengang ihrer Immobilien-Software-Tochter DePfa IT Services verschoben. Als Grund wird der komplette Umbau der Spezialbank für Staats- und Immobilienfinanzierung vermutet.

Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" vom Freitag soll das gesamte Immobiliengeschäft im Inland ausgegliedert werden. Darüber hinaus werde über einen späteren Verkauf dieser Sparte nachgedacht.

Ein Sprecher der DePfa Deutsche Pfandbrief Bank AG wollte den Bericht allerdings nicht kommentieren. Gestützt werden die Informationen auch von der verzögerten Veröffentlichung der Neunmonats-Zahlen. Der Aufsichtsrat der Bank tagt am 27. November.

Zwei Tage danach seien Presse- und Analystenkonferenzen geplant, um die "zukünftige strategische Neuausrichtung der DePfa-Gruppe" vorzustellen, berichtete die Zeitung.

Der DePfa-Vorstand klagte bereits seit einiger Zeit über die ungünstige Entwicklung im inländischen Immobiliengeschäft. "Die Erwartungen eines sich rasch verbessernden Immobilienmarktes in Deutschland haben sich nicht in vollem Umfang bestätigt, hieß es im August.

Die Immobilien-Software-Tochter nannte als Grund für die verschobene Aktienplatzierung das schlechte Umfeld. Es sei zu befürchten, dass derzeit nicht der erhoffte Emissionspreis erreicht werden kann. Der Börsengang war ursprünglich für dieses Jahr geplant. Ein genauer Termin und das Emissionsvolumen standen noch nicht fest.