Spionage Abwerbung birgt besonderes Risiko

Viele Firmen-Chefs halten Wirtschaftsspionage für ein Problem, das sie nicht betrifft. Doch das ist ein Fehler.

Stuttgart - Das zeigen erste Ergebnisse einer Studie des Sicherheitsforums Baden-Württemberg, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Das von Innenminister Thomas Schäuble (CDU) initiierte Gremium will insbesondere mittelständische Unternehmen auf die Gefahr der Konkurrenzausspähung und Produktpiraterie aufmerksam machen.

In den vergangenen Monaten befragten Mitglieder des Sicherheitsforums zahlreiche Firmenvertreter, wie sie die Bedrohung einschätzen und welche Sicherheitsvorkehrungen sie treffen.

Die Unternehmer sagten übereinstimmend, dass durch die Abwerbung von Mitarbeitern ein erhebliches Risiko bestehe, firmenspezifisches Spezialwissen zu verlieren. Auch könnten Unterlagen entwendet, Telefone abgehört oder Mitarbeiter bestochen werden.

Dennoch schätzte nur ein Drittel der Befragten das Risiko der Wirtschaftsspionage im Vergleich mit anderen Risiken als hoch ein.

Die Mitglieder des Sicherheitsforums wollen den Technologievorsprung baden-württembergischer Unternehmen sichern: "Dort, wo neue Ideen geboren und fortschrittliche Techniken entwickelt werden, muss man sich der möglichen Gefahren durch Wirtschaftsspionage bewusst werden", sagte Hanns-Günther Mayer vom Forschungszentrum Karlsruhe.

Die Interviews scheinen einige Firmenvertreter nachdenklich gemacht zu haben. Sie wollten ihre Sicherheitsmaßnahmen prüfen, sich informieren und beraten lassen, hieß es in der Mitteilung aus dem Innenministerium.