Post Am Wochenende wird gerechnet

Der Börsengang des gelben Riesen wird dem Bund etwa sechs Milliarden Mark in die Kassen spülen. Am Wochenende fallen die Entscheidungen über Ausgabekurs und Zuteilung der mehrfach überzeichneten Aktie. Die Erstnotiz ist für Montag vorgesehen.

Bonn - Die Angebote sind abgegeben, nun muss gerechnet werden: Am Freitag endete die Zeichnungsfrist für die "Aktie gelb" der Deutschen Post auch für institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen, nachdem Privatanleger ihre Orders bereits bis Donnerstag hatten abgeben müssen.

Am Wochenende fallen die Entscheidungen über Ausgabekurs und Zuteilung, bevor die wahrscheinlich über 300 Millionen Aktien am Montag erstmals an der Börse gehandelt werden.

Da die Aktie mehrfach überzeichnet ist, werden die Interessenten nicht so viele Aktien erhalten wie jeweils bestellt. Post-Sprecher Uwe Bensien erklärte am Freitag, die Nachfrage sei sowohl bei privaten wie auch institutionellen Anleger sehr gut gewesen. Genaue Zahlen wollte er aber nicht nennen.

Am Samstag werden sich nun Vertreter des Bundes, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der Post sowie der Banken unter Führung der Deutschen Bank und der UBS Warburg treffen, um die letzten Kenngrößen des Börsengangs im so genannten Bookbuilding-Verfahren festzulegen: die Verteilung der Aktien zwischen Privaten und Institutionen, die Überzeichnung bedingt einen Zuteilungsschlüssel - und natürlich vor allem den Ausgabepreis.

Ab Montag wird das neue Papier an der Börse gehandelt. Zwischen 09.30 Uhr und 10.00 Uhr wird mit Spannung der erste im freien Spiel des Marktes entstandene Aktienkurs des ehemaligen Staatsunternehmens erwartet.

Beim Börsengang der Post verkauft der Bund als bisheriger Alleinbesitzer Aktien aus einem bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau geparkten Bestand. Angeboten werden 278 Millionen Aktien oder 25 Prozent des Aktienkapitals, dazu kommt eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 41,73 Millionen Aktien, womit das gesamte Paket etwa 29 Prozent des Aktienkapitals der Post umfassen würde.

Frühzeichner, die bis zum 10. November orderten, erhielten einen Rabatt von 0,50 Euro.

Die Spanne für den Ausgabepreis wurde mit 18 bis 23 Euro (35,20 und 44,98 Mark) vorgegeben. Bei 20 Euro brächte der Teilverkauf der Post dem Bund also ungefähr sechs Milliarden Euro (11,7 Milliarden Mark).