Analysten Empfehlungen am Vormittag

Die Bankgesellschaft Berlin bewertet E.ON mit "Akkumulieren". JP Morgan sieht in Wella einen "Kauf" und gibt ein Kursziel von 55 Euro an. Die Bankgesellschaft Berlin stuft die Commerzbank mit "Halten" ein.

Frankfurt am Main - Die Bankgesellschaft Berlin (BGB) sieht einen möglichen Ausbau des Engagements des E.ON-Konzerns (761 440) bei der Ruhrgas AG positiv. Nach einem vom Unternehmen nicht kommentierten Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital" laufen derzeit Gespräche mit ThyssenKrupp und Mannesmann-Vodafone über eine Anteilsübernahme. Risiken lägen jedoch in der verstrickten Beteiligungsstruktur, erklärte das Bankhaus am Donnerstag.

Mit der Übernahme eines Anteilspakets von 13 Prozent könne E.ON ausgehend von der bereits bestehenden Beteiligung die Mehrheit bei Ruhrgas erlangen. Man sehe darin eine "große Chance für E.ON, in Deutschland im Gasgeschäft an Stärke zu gewinnen". Finanziell sollte die Akquisition "leicht zu stemmen" sein. Die Bankgesellschaft Berlin empfahl erneut, die Aktie zu akkumulieren, und stufte den Versorger-Titel als "Sector Performer" ein.

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Wella: Kursziel 55 Euro / "Kauf" (JP Morgan)

JP Morgan hat seine Kaufempfehlung für die Aktien des Darmstädter Kosmetik- und Haarpflegekonzerns Wella (776 563) bestätigt. Das Kursziel für die im M-Dax notierten Vorzugsaktien setzten die Analysten bei 55 Euro (aktuell 47 Euro) an.

Wella sei in diesem Jahr der sich am besten entwickelnde Titel im europäischen Kosmetik-Sektor. Der Kurs der Aktie sei binnen Jahresfrist um 112 Prozent gestiegen.

Als Anlass für die Empfehlung nannten die Analysten die am Mittwoch veröffentlichten Neunmonatszahlen. Danach habe sich der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent gesteigert, der operative Gewinn (EBIT) sei um 35 Prozent gewachsen. Für das Jahr 2000 rechnet der Darmstädter Konzern mit einem Umsatzplus von 15 Prozent bis 17 Prozent nach zuvor prognostizierten zehn Prozent.

Das EBIT-Wachstum soll sich proportional zum Umsatz entwickeln. Die Analysten von JP Morgan halten diese Schätzung in Anbetracht des Margenwachstums von 6,4 Prozent als "zu konservativ" und halten deshalb an ihrer Prognose für das Gewinnwachstum je Aktie in 2000 von 21 Prozent fest.

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Commerzbank: Gutes Zinsergebnis / "Halten" (BGB)

Nachdem die Commerzbank (803 200) am Mittwochmorgen ihre Geschäftszahlen für die ersten neun Monate veröffentlicht hat, stuft die Bankgesellschaft Berlin (BGB) die Aktie des viertgrößten deutschen Geldinstituts weiter mit "Halten" ein. Analyst Alexander Plenk sagte jedoch, die Papiere werden sich, bezogen auf den gesamten Bankensektor, unterdurchschnittlich entwickeln. Auf ein Kursziel wollte er sich nicht festlegen lassen.

Die Commerzbank hat in den ersten neun Monate bereits das Ergebnis des gesamten letzten Jahres übertroffen. Von der operativen Seite seien die Zahlen für Plenk keine Überraschung gewesen.

Das Zinsergebnis beschrieb er als "sehr positiv", das Handelsergebnis sei dagegen niedriger als erwartet ausgefallen. Im Zuge der Kapitalerhöhung bei der Tochter Comdirect seien dem Institut im dritten Quartal 180 Millionen Euro zugeflossen. Im vierten Quartal folgen nun noch einmal 180 Millionen Euro. Das mache sich nach Angaben von Plenk bei dem Gesamtergebnis der Commerzbank stark bemerkbar.

Die angekündigte Schließung von bis zu 200 Filialen beschrieb Plank als einen notwendigen Schritt. Obwohl die Commerzbank ihr Filialnetz in den letzten Jahren erfolgreich umgegliedert hat, seien hier die Kosten einfach noch zu hoch.

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