DaimlerChrysler Herabstufung des langfristigen Ratings geprüft

Unternehmens-Lenker Jürgen Schrempp muss für den guten Ruf des ins Schlingern geratenen Autobauers kämpfen. Die Rating-Agentur Moody's erwägt die Herabstufung der langfristigen Kreditwürdigkeit von DaimlerChrysler.

London - Die Rating-Agentur Moody's arbeitet an einer Neubewertung des Unternehmens und ihrer Tochtergesellschaften von "A1" für "senior debt" (vorrangige) und "A2" für "subordinated debt" (nachrangige Schulden). Das kurzfristige Prime-1-Rating werde wie gehabt beibehalten, teilte die Agentur am Freitag in London mit.

Den Schritt begründete Moody's mit dem schwierigen Marktumfeld der US-Tochter Chrysler. Trotz der geplanten Markteinführung neuer Produkte sowie der Pläne zur Kosteneinsparung rechnet die Agentur mittelfristig mit einem deutlichen Ertragsrückgang bei Chrysler im Vergleich zum Jahr 1999.

Ein Hauptgrund dafür sei der verschärfte Wettbewerb bei komfortablen Geländefahrzeugen (Sport Utility Vehicles), Kleinbussen und leichten Lkw zwischen US-amerikanischen, europäischen und asiatischen Herstellern.

Darüber hinaus werde sich die US-Nachfrage ausgehend von dem in diesem Jahr erreichten Rekordniveau abschwächen. Dies werde das operative Ergebnis von Chrysler drücken und es Chrysler kurzfristig erschweren, ein wettbewerbsfähiges Niveau an Profitabilität zu erreichen.

Überdies werde DaimlerChrysler dieses schwierigere Marktumfeld mit einer geringeren finanziellen Flexibilität ansteuern, als dies bislang der Fall gewesen sei. Dies liege an dem aggressiven Tempo bei Zukäufen, des schnellen Wachstums bei den Finanzdienstleistungen und den schon durch Chrysler generierten reduzierten Cash Flow.

Die Überprüfung des Ratings konzentriere sich außerdem auf den Versuch, die Profitabilität von Chrysler wieder herzustellen, während der Konzern gleichzeitig dabei sei, die jüngsten internationalen Investments - Mitsubishi, Hyundai, Detroit Diesel und Western Star - zu integrieren.