Dotcom-Krise Aus für Immobilien-Site und Beautyshop

Im stark umkämpften US-Markt für Web-Immobilienbroker ist es für Cyberhomes.com zu eng geworden: Der Online-Dienst wird heute offline gehen. Auch die Reihen der Internet-Kosmetikhändler lichten sich weiter.

San Francisco - Das Ende von Cyberhomes.com kommt allerdings nicht völlig unerwartet. Die Betreiber der Immobilien-Site, Vista Information Solutions Inc. aus San Diego, hatten schon Anfang des Monats erklärt, den Online-Betrieb nur noch bis Mitte November aufrechtzuerhalten.

Nach Angaben des Vista-Chief-Operating-Officers, Howard Latham, stellt das Unternehmen das Webangebot aufgrund zu hoher Betriebskosten ein. Im August hatte sich Vista, Marktführer im Bereich von Broker-Software, noch um einen Käufer für die Site bemüht. "Wir erhielten zwar Kaufangebote, aber keine der Offerten war akzeptabel", erklärte Latham gegenüber dem "Wall Street Journal".

Cyberhomes.com vermittelt seit 1995 Immobilienmakler und potentielle Hauskäufer übers Internet, konnte im hart umkämpften Markt nun allerdings nicht mehr mit verschiedenen größeren Konkurrenten mithalten.

Website-Besucher blieben aus

Zu den Hauptrivalen zählen etwa Microsofts Homeadvisor.com, das Realtor.com-Angebot von Homestore.com oder Homes.com. Angaben des Marktforschungsunternehmens Jupiter Media Metrix zufolge konnte Cyberhomes in diesem Jahr nicht einmal 200.000 Unique Visitors im Monat verzeichnen. Realtor.com hingegen verbuchte etwa im September 2,1 Millionen Besucher, Homeadvisor.com zählte 1,4 Millionen.

Insider wie Bard Tertell, Vice-President von Econobroker Inc. in Chicago, kritisieren, dass Vista das Cyberhomes-Angebot nur unzureichend vermarktet habe, während beispielsweise Rivale Realtor.com sich mit weitaus agressiverer Promotion Marktanteile sicherte.

Online-Kosmetikhändler fällt durch das Sieb

Angesichts fehlender Profite wird derzeit auch unter Online-Kosmetikhändlern weiter kräftig ausgesiebt. Nach der Pleite des Schönheits-Webshops Eve.com aus San Francisco muss nun auch BeautyJungle.com vom Netz.

Das Chicagoer Unternehmen stellte sein Online-Business am Mittwoch dieser Woche ein und gab an, 30 Mitarbeiter entlassen zu müssen. Auch das B2B-Angebot des Internet-Unternehmens, Beautywall.com, ist nicht mehr zu erreichen. Als Grund für die Pleite werden finanzielle Engpässe genannt. Die Website war erst im November letzten Jahres gestartet worden.

Konkurrent Eve.com hatte Ende Oktober die Stecker ziehen und mehr als 160 Angestellten den Entlassungsschein aushändigen müssen. Einen Großteil des von Idealab gegründeten Unternehmens soll nun von der Web-Division des Kosmetikhändlers Sephora übernommen werden.

Ende September verkleinerte das Schönheits- und Gesundheitsportal More.com seine Belegschaft um 30 Prozent. Auch für Beauty.com hat sich das Geschäft mit der Schönheit nicht gerechnet: Die Web-Company war vor geraumer Zeit von der Pharma-Site Drugstore.com aufgekauft worden. Drugstore.com selbst hat im Oktober 60 Mitarbeiter entlassen.

Silvia Kling