ICANN Von ".name" bis ".coop"

Die so genannte Regierung des Internet hat die Zulassung weiterer Top-Level Domains für das weltweite Datennetz beschlossen. Ab 2001 können die Nutzer Adressen mit den neuen Endungen registrieren lassen. Der Kampf um die Domains ist vorprogranmmiert.

Marina Del Rey - Künftig werden sieben neue Adress-Endungen gelten, die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) mit. Dabei handelt es sich um ".name" für Websites von Privatpersonen, ".prof" für bestimmte Berufsgruppen, ".museum" für Museen, ".biz" für Business, ".aero" für den Bereich Luftverkehr, ".info" für Informationsanbieter und ".coop" für genossenschaftlich organisierte und betriebene Unternehmen und Organisationen.

Bislang waren international nur Domains mit den Endungen ".com", ".org", ".net", ".gov", ".edu", ".int" und ".mil" zugelassen. Daneben konnten Websites nationale Adress-Endungen wie ".de" für Deutschland tragen. Allein von den ".de"-Adressen sind derzeit bereits über 3,5 Millionen registriert.

Domain-Grabbing befürchtet

Im Vorfeld hatte ICANN bereits die Vergabe von Internet-Adressen in traditionellen asiatischen Schriftzeichen genehmigt. Und war damit in der Netz-Gemeinde auf Kritik gestoßen. Verschiedne Internet-Organisationen hielten die Verwendung chinesischer, japanischer und koreanischer Zeichen als verfrüht.

Ausserdem wurde befürchtet, dass damit eine neue Welle von "Domain-Grabbing" losgeschlagen werden könnte. Dabei werden Adressen mit bekannten Markennamen aufgekauft, um sie später mit Gewinn weiterzuveräussern.

So soll die Verisign-Tochter Global Registry Services Medienberichten zufloge bereits begonnen haben, Internet-Adressen mit den Endungen ".com", ".net" und ".org" in traditionellen asiatischen Schreibweisen zu registrieren. Ähnliches wird nun auch für die neuen Domains befürchtet.

Wahldirektoren uneins

Die ICANN ist unter anderem zuständig für die Vergabe und die Verwaltung der begehrten Internet-Adressen. Sie kümmert sich als nicht gewinnorientiertes Unternehmen mit Sitz in Kalifornien um Details des Internet-Protokolls, das die Verständigung zwischen den Computern regelt, und um das Management der wichtigen Root-Server, die quasi als Adressbücher fungieren.

Jedoch war der neue Beschluss über die Domains nicht unumstritten. Im Kreuzfeuer war schon vor Beginn der Tagung, ob die neuen Wahldirektoren, die erst im Oktober weltweit von allen Internetnutzern gewählt wurden, bereits über die Frage der Top-Level-Domains mitstimmen dürfen.

Eine Mehrheit des Direktoriums jedoch fand es verfrüht, die neuen Mitglieder mit derart schwierigen Fragen zu betrauen. Denn sie müssten erst ihre solide Fachkenntnisse über das Internet nachweisen, um überhaupt zu dem Wahlexperiment zugelassen zu werden. Aber auch diese gelte noch lange nicht als hinreichender Kompetenzbeweis der Volksvertreter, so der Vorwurf.