US-Wahl Elegant, reich und umstritten

Katherine Harris ist zu einer Zentralfigur im Tauziehen um die US-Präsidentschaft geworden. Dabei hat sie einen wenig bedeutenden Job, der in zwei Jahren in Florida abgeschafft werden soll.

Washington - Als Innenministerin des Sonnenscheinstaates ist die 43-Jährige in erster Linie für Verwaltungsaufgaben und in diesem Zusammenhang für die Regelung der Wahlabläufe zuständig.

Das alles entscheidende Rennen zwischen Al Gore und ihrem republikanischen Parteifreund George W. Bush in Florida hat sie plötzlich ins international Rampenlicht gerückt.

In Florida selbst war die Republikanerin Katherine Harris indessen schon vor dem Präsidentschaftsdrama umstritten. Während sie 1994 für den Senat im Staat kandidierte, war sie in einen Wahlkampf-Spendenskandal verwickelt.

Höhere Reisekosten als der Gouverneur

Als Innenministerin widmete sie sich entgegen der traditionellen Aufgabenstellung hauptsächlich der Werbung für Florida im Ausland. Dabei geriet sie wegen exzessiver Reisekosten in die Schlagzeilen: Im vergangenen Jahr gab sie drei Mal so viel aus wie der Gouverneur.

Insgesamt gilt die stets elegant gekleidete und gut geschminkte Katherine Harris als kapriziös und schillernd. Luxus kann sie sich durchaus leisten: Die Enkelin eines reichen Obstplantagenbesitzers und populären Ex-Senators in Florida ist sechsfache Millionärin.

Sie absolvierte ein Handelsstudium an der renommierten Harvard-Universität und arbeitete erfolgreich als Grundstücksmaklerin, bevor sie dann vor sechs Jahren für den Senat kandidierte.

Ihr Ziel: Der US-Senat

1998 übernahm die als ehrgeizig, zäh und energiegeladen beschriebene Harris dann das Amt der Innenministerin und Gouverneur Jeb Bush, dem jüngeren Bruder von George W. Bush.

Im Präsidentschaftswahlkampf warb sie im Staat New Hampshire offen für George W. Bush und war stellvertretende Leiterin seiner Wahlkampagne in Florida. Das hat sie im jetzigen Präsidentschafts-Tauziehen in den Verdacht gebracht, dass ihre Entscheidungen parteiisch seien.

Dass sie sich selbst erst am Anfang einer politischen Karriere sieht, hat die dunkelhaarige Harris bereits in der Vergangenheit klar gemacht: Ihr Ziel ist es, in absehbarer Zeit für den US-Senat zu kandidieren. Das wollte sie eigentlich schon in diesem Jahr, überlegte es sich dann aber anders.