MP3.com Internet-Musik-Dienst MP3.com erneut verklagt

Dem Internet-Musikdienst MP3.com steht erneut Ärger ins Haus. Nach der Einigung mit der Universal Music Group haben das Label Unity Entertainment und andere Rechteinhaber erneut Klage gegen den Internetdienst eingereicht.

New York - Die Musikverleger wollen durch eine Sammelklage beim dortigen US-Distriktgericht Schadensersatz von dem kalifornischen Musik-Dienst wegen Copyright-Verletzungen einfordern.

"Im Namen sowohl der Verbraucher wie der Künstler sind wir enttäuscht über diese Klage, zumal wir durch die Vereinbarung von Lizenzabkommen mit den fünf führenden Musik-Konzernen Fortschritte gemacht haben", sagte MP3.com-Chef Michael Robertson in einer Erklärung.

Universal verleibt sich ehemaligen Gegner ein

Erst vor zwei Tagen hatte sich die Internetfirma in dem vorerst letzten noch ausstehenden Verfahren mit dem weltgrößten Musik-Konzern, der Universal Music Group, darauf geeinigt, an das zur Seagram Company gehörende Unternehmen 53,4 Millionen Dollar Schadenersatz und Anwaltskosten zu zahlen.

Im Gegenzug erklärte sich Universal bereit, seine Musikstücke für den Internet-Service My.MP3.com zu lizenzieren. Mit vier anderen Labels - Sony Music Group, Time Warners Warner Music Group, EMI Recorded Music und Bertelsmanns BMG Entertainment - hatte sich die Musikfirma aus San Diego bereits zuvor außergerichtlich geeinigt.

Musikfans können über das Internet-Angebot von MP3.Com Musikstücke online von jedem Ort der Welt abhören. Die Nutzer müssen dabei allerdings nachweisen, dass sie die entsprechende CD besitzen. Der Rechtsstreit um den digitalen Austausch von Musikstücken hat enorme Bedeutung für die Musik- und die Internet-Branche.

Umstrittener Dienst MyMP3.com soll legal werden

MP3.com hat bereits einen Tag nach der Einigung mit Universal die Wiederauferstehung seines umstrittenen Dienstes MyMP3.com angekündigt. Legal und als Abodienst sollen sich Nutzer die Musik gegen gegen eine monatliche Gebühr anhören können.

Am 31. Oktober hatte bereits die MP3-Tauschbörse Napster angekündigt, ihre Dienste künftig gegen monatliche Abogebühren anbieten zu wollen.

Die großen, weltweit agierenden Musik-Unternehmen arbeiten unterdessen daran, das Kompressionsverfahren MP3 für den eigenen Handel über das weltweite Datennetz selbst zu nutzen.