DaimlerChrysler Verliert das Vertrauen von Goldman Sachs

Der Autobauer verliert das Vertrauen von Goldman Sachs. Das Investmenthaus hatte vor zwei Jahren den Deal mit Chrysler eingefädelt. Jetzt stuft Goldman Sachs das Papier des Konzerns und auch seine Gewinnprognose herab.

Frankfurt am Main - Nachdem die Aktie von DaimlerChrysler gestern bereits vier Prozent ihres Wertes verloren hatte, rutschte sie heute nach einer Herabstufung von Goldman Sachs und anderen Investmenthäusern zunächst in den Keller. Gegen Abend konnte sich das Papier allerdings wieder erholen und notierte zuletzt mit rund ein Prozent bei 51,92 Euro im Minus.

Vor zwei Jahren war Goldman Sachs noch ein deutlicher Befürworter des milliardenschweren Deals zwischen Daimler und dem amerikanischen Autobauer Chrysler. Jetzt hat Goldman Sachs den Deutschen das Vertrauen entzogen und stufte die DaimlerChrysler-Aktien von "Market Outperform" auf "Market Perform" herab. Die US-Investmentbank reduzierte zugleich das Kurzsziel auf 50 Euro von zuvor 75 Euro.

Goldman Sachs begründete dies unter anderem mit der steigenden Unsicherheit am nordamerikanischen Automobilmarkt als auch den anhaltenden Problemen von Chrysler.

Auch die Gewinnschätzung für den Autobauer wurde gesenkt. Für das Jahr 2000 erwartet Goldman Sachs nun einen Gewinn je Aktie von 4,17 Euro. In der ursprünglichen Prognose gingen die Analysten noch von von 6,60 Euro pro Aktie aus. Zugleich reduzierte Goldman Sachs für das kommende Jahr seine Prognose ebenfalls stark um 17 Prozent auf 3,94 Euro.

Chrysler werde Verluste in Millionenhöhe verzeichnen, hieß es überdies in einem Bericht der US-amerikanischen Zeitung "Detroit News" unter Berufung auf interne Unternehmensschätzungen.

Die HSBC Securities senkte gleichzeitig ihre DaimlerChrysler-EPS-Schätzungen für das laufende Jahr von 4,60 Euro auf 4,53 Euro. Ein Händler einer Frankfurter Bank machte ebenfalls die Chrysler-Verluste für den Abfall der Automobil-Aktie verantwortlich.