Reaktionen "Der Rücktritt war überfällig"

Die Entscheidung von Reinhard Klimmt, vom Posten des Verkehrsministers zurückzutreten, ist mit Erleichterung und Respekt aufgenommen worden. Die saarländische SPD dagegen sprach von einer "Hetzkampagne".

Berlin - Klimmt habe keine andere Wahl mehr gehabt, ohne der SPD im Bund und an der Saar zu schaden, sagte der dortige SPD-Chef Rainer Tabillion. Klimmt sei aber auch einer "Hetzkampagne" zum Opfer gefallen. Diese habe vom neuen CDU-Generalsekratär Laurenz Meyer bis hin zu eigenen Leuten in der SPD-Bundestagsfraktion gereicht.

Der Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach kommentierte dagegen: "Der Rücktritt war überfällig in dem Moment, wo Klimmt gesagt hat, dass er den Strafbefehl akzeptieren wird. Schon da hätte er für sich die Konsequenzen ziehen müssen."

Der Obmann der Grünen im Untersuchungsausschuss, Hans-Christian Ströbele, sagte, der Fall Klimmt habe schon Ähnlichkeiten mit der CDU-Affäre erhalten, weil ständig neue Vorwürfe hinzugekommen seien.

Rezzo Schlauch, Grünen-Fraktionschef sagte zum Rücktritt Klimmts: "Wir respektieren den Rücktritt. Er war gut. Wir haben den Nachfolger Kurt Bodewig als sehr kompetenten Verhandler in der Frage der Verteilung der UMTS- Milliarden erlebt."

FDP-Chef Wolfgang Gerhardt meinte: "Der Rücktritt war logisch und unabwendbar. Klimmt hätte sonst als Bundesminister vor Gericht gestanden, während die SPD gleichzeitig Wahlkämpfe führt mit hohem moralischen Impetus."

PDS-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch fasste seine Reaktion in die Worte: "Hut ab vorm Hut nehmen!" Die Verkehrs- und Baupolitik bleibe in der Sackgasse. "Umsteuern in der Sache ist jetzt für Kanzler Schröder geboten."

Der SPD-Abgeordnete Friedhelm-Julius Beucher erklärte, Klimmt wolle "mit diesem Schritt Schaden von der Partei wegnehmen". Er habe erkannt, wie eng sein Handlungsspielraum geworden sei. Ein solcher Schritt verdiene auch immer Respekt.

Sein Kollege von der SPD, Joachim Stünker, sagte, Klimmt habe sich offenbar nicht mehr in der Lage gesehen, die Vorwürfe rasch zu entkräften.