Napster Mitgründer zieht sich zurück

Jordan Ritter, der Mitgründer der Musiktauschbörse, verlässt die Internetfirma, nachdem Bertelsmann eingestiegen ist. Ihm hat offenbar der neue Ton im Unternehmen nicht gefallen.

San Mateo - Ritter ist einer der entscheidenden Personen, die die Software für Napster mitentwickelt haben. Der 22-Jährige teilte mit, dass er zum Risikokapital-Dienstleister Round 1 Private Capital Marketplace wechsele.

Dort wird er das Amt des Vice President of Technology einnehmen. Das Startup entwickelt Technologien, mit der Investoren und Unternehmen auf privaten Kapitalmarktplätzen Kontakte zu potenziellen Partnern knüpfen können.

Der Napster-Veteran Ritter kam im Sommer 1999 zu der Musiktauschbörse. Er war einer der ersten Mitarbeiter, die Napster-Initiator Shawn Fanning einstellte.

Bisher 37 Millionen Kunden

Bereits kurz nach dem Start des Onlinedienstes überzogen Musikfirmen Napster mit Klagen. Sie warfen Naspter vor, gegen das Urheberrecht zu verstoßen. Doch konnte das dem Erfolg des Internetunternehmens keinen Abbruch tun. Napster hatte bis November dieses Jahres 37 Millionen Kunden registriert. Dem Musikdienst drohen Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe.

Über Napster können sich Nutzer Musikdateien aus dem Netz laden. Die Software wird auf dem eigenen Rechner installiert und durchsucht dort freigegebene Verzeichnisse nach Musik-Dateien. Diese Dateien werden an die Napster-Datenbank gemeldet, die die Musikstücke aller Nutzer auflistet. Andersherum kann man mit der Software die Datenbank von Napster durchsuchen und das gefundene Stück direkt vom Rechner des Besitzers herunterladen. Die Dateien werden dann direkt unter den Nutzern ausgetauscht.

Bertelsmann will von Napster-Bekanntheit profitieren

Anfang November überraschte der Medienkonzern Bertelsmann mit dem Einstieg bei Napster. Gehörte doch die Musikfirma Bertelsmann Music Group ebenso zu den Klägern gegen Napster.

Bertelsmann sieht in dem Deal die geeignete Lösung, Musikstücke über das Netz zu vertreiben. Das Konzept soll in ein legales Geschäft umgewandelt werden. Die Musikfirmen sowie der Verband der Plattenverlage RIAA haben jeodch angekündigt an der Klage gegen Napster festzuhalten.

Ob der Erfolg von Napster ungetrübt weiter voranschreiten wird, muss bezweifelt werden. Exsistieren doch verschiedene Varianten des Systems wie beispielsweise Gnutella im Netz. Auch war in verschiedenen Internetforen vom Napster-Boykott seitens der Nutzer zu lesen.