Bayer 2001 an die Wall Street

Verglichen mit dem Vorjahr herrschte in den vergangenen Monaten Ebbe in der Kasse des Chemieriesens. Vorstands-Chef Manfred Schneider erklärt das mit gesunkenen Sondereinnahmen und gestiegenen Rohstoffpreisen.

Leverkusen - Der Konzerngewinn sank in Jahresfrist um 27 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, teilte er am Donnerstag mit. Im vergangenen Jahr hatte Bayer allerdings aus dem Börsengang der Agfa- Gruppe eine Milliarde Euro eingenommen. Würden nur die fortlaufenden Geschäfte berücksichtigt, sei der Konzerngewinn deutlich um 40 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen.

In dem Abgelaufenen Quartal habe vor allem das dynamischen Wachstum der Gesundheitssparte den Gewinn der Leverkusener beflügelt. Für das Gesamtjahr strebt Konzern-Lenker Schneider ein Wachstum bei Umsatz und operativem Ergebnis von mindestens zehn Prozent an.

Die Aktionäre profitieren von den Anstrengungen des Unternehmens in geringerem Maße als ein Jahr zuvor: Das Ergebnis je Aktie ist von 2,94 Euro auf 2,15 Euro gesunken.

Rückschläge bei Polymeren und Chemie

Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten dieses Jahres um zwölf Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Schneider erläuterte, dass sich das Umsatzwachstum aus einer um neun Prozent gestiegenen Absatzmenge und Währungseffekten in gleicher Höhe zusammensetze. Portfolioveränderungen - insbesondere die Lyondell-Akquisition - machten drei Prozentpunkte des Wachstums aus.

Die erhöhten Rohstoffkosten setzten wie erwartet den Ergebnissen bei Polymeren und Chemie zu. Das operative Ergebnis der Polymeren wuchs lediglich um vier Prozent auf 897 Millionen Euro. Die Rohstoffe hätten sich in diesem Geschäftsfeld um gut 900 Millionen Euro verteuert, so Schneider. In der Chemie sei ein Plus des operativen Ergebnisses von 3,2 Prozent auf 352 Millionen Euro erzielt worden.

Die Ertragskraft des Polymere-Geschäfts will Schneider durch Preiserhöhungen, niedrigere Rohstoffkosten und Einsparungen aus Kostensenkungsprogrammen kurzfristig wieder stärken.

Er bekräftigte, dass die Börsennotierung in den USA zum Ende des zweiten Quartals 2001 vorgesehen sei.