Reinhard Klimmt Sein Nachfolger steht schon vor der Tür

Der zurückgetretene Verkehrsminister hat sein Dienstzimmer noch nicht geräumt. Da steht auch schon sein Nachfolger vor der Tür. Kurt Bodewig brauchte nur kurze Zeit, um die Ernennung anzunehmen.

Hamburg - "Ich danke dem Kanzler für sein Vertrauen", sagte der bisherige Parlamentarische Staatssekretär des Verkehrsministeriums am Donnerstag vor Journalisten. Der 45 Jahre alte SPD-Politiker kommt aus Nordrhein-Westfalen und ist seit 1998 Mitglied des Bundestages.

Das Amt des Verkehrs- und Bauministers sei eine sehr große Herausforderung und eine sehr wichtige Aufgabe für das Land. Er wolle sie "gut, solide und innovativ" angehen. Die Schwerpunkte seiner Arbeit in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode wolle er erst nach seiner Ernennung zum Minister vorstellen.

Bodewig würdigte auch seinen Vorgänger Klimmt und dankte ihm für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Klimmt war über die so genannte Fußballaffäre gestürzt.

Der Rücktritt des 58-Jährigen war am Donnerstagmorgen bekannt gegeben worden. Er zog mit seinem Schritt die Konsequenzen aus dem tagelangen Druck auch aus den SPD-Reihen. Gegen den Politiker war ein Strafbefehl wegen Beihilfe zur Untreue erlassen worden, den er zunächst akzeptieren, dann aber anfechten wollte. Klimmt war etwas mehr als ein Jahr im Amt.

Die SPD-Fraktion war am Morgen zu einer Sondersitzung zusammengekommen, an der auch Kanzler Schröder und Klimmt teilnahmen. Schröder dankte vor den Abgeordneten dem scheidenden Verkehrsminister. Um Schaden von der Bundesregierung abzuwenden, habe er den Rücktritt angenommen.

Die Entscheidung über den Rücktritt fiel dem Vernehmen nach bereits am Mittwochabend nach einem Gespräch Klimmts mit Schröder. Klimmt war zuletzt auch aus den eigenen Reihen immer stärker unter Druck geraten.

Das Amtsgericht Trier hatte am vergangenen Montag einen Strafbefehl gegen Klimmt erlassen und ihn zu 90 Tagessätzen von je 300 Mark verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er als Präsident des 1. FC Saarbrücken für den Fußball-Club einen Scheinvertrag mit der Caritas-Trägergesellschaft Trier über illegale Sponsoring-Zahlung in Höhe von mehr als 600.000 Mark unterzeichnet hatte.