Wella Profitiert von Währungseffekten

In Konkurrenz mit den Großen der Branche schlägt sich Vorstands-Chef Heiner Gürtler wacker. Seine Wachstumsprognosen für dieses Jahr hat er hochgeschraubt. Derzeit grübelt er über eine Übernahme von Clairol.

Zürich/Darmstadt - Der Kosmetik- und Haarpflegekonzern hat seinen Gewinn und den Umsatz nach neun Monaten weiter gesteigert und das Umsatzziel für das Gesamtjahr erneut angehoben.

Das operative Ergebnis sei nach drei Quartalen um 45 Prozent auf 127,9 Millionen Euro und der Umsatz um 21,1 Prozent auf rund 1,99 Milliarden Euro gestiegen, teilte Gürtler am Mittwoch mit.

Die mit Abstand größte Konzernsparte Wella habe mit einem Ebit von rund 112 Millionen Euro weiterhin den Löwenanteil zum Ergebnis beigesteuert. Als dynamischstes Geschäftsfeld habe sich aber der Bereich Duft und Kosmetik erwiesen. Diese Sparte habe den operativen Gewinn auf über 25 Millionen Euro verdreifacht.

In Konkurrenz mit Henkel

Wella profitierte dabei aber auch von Währungseffekten, erklärte Finanzchef Hans Schmidt in Zürich. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun 15 bis 17 Prozent mehr Gewinn und Umsatz, nachdem das Umsatzwachstum bislang bei zehn Prozent erwartet worden war.

Auf die Frage, ob die Übernahme des US-Kosmetikherstellers Clairol mit einem Jahresumsatz von rund 2,3 Milliarden Dollar ein Thema sei, antwortete Vorstands-Chef Gürtler: "Wir beschäftigen uns damit". Er rechne jedoch damit, dass für das Unternehmen über Auktionen Preise gefordert würden, die für Wella zu hoch lägen.

Auch der deutsche Henkel-Konzern hat sein Interesse an Clairol signalisiert. In Branchenkreisen wurde ein Kaufpreis von um die vier Milliarden Dollar genannt.

Wella soll überproportional wachsen

Jedoch wird sich Wella mit oder ohne Clairol nach Partnern umsehen müssen. Im Kosmetikgeschäfts seien die Renditen im internationalen Vergleich deutlich niedriger als bei der Konkurrenz, hatte Gürtler in einem Interview mit der Börsen-Zeitung gesagt.

Deshalb werde sich die Gruppe auf Jahre hinaus bemühen müssen, im Schnitt überproportional im Konzernergebnis zu wachsen. Dies sei eines der wichtigsten Ziele.

Für das Jahr 2001 zeigte sich der Unternehmenslenker optimistisch. "Das Wachstum wird eher etwas mehr sein als 2000." Zukäufe würden im Mittelpunkt stehen. Das gelte insbesondere für das Retailgeschäft, da der Konzern hier noch nicht die kritische Größe habe. Denkbar seien auch strategische Kooperationen. Es gebe jedoch nichts Konkretes.