Ares Energie Börsengang abgesagt

Einen Tag hat der Vorstand des Börsen-Aspiranten nach dem Kurssturz noch gewartet, doch dann verliess ihn der Mut: Der für morgen angesetzte Börsengang wird vorerst abgesagt. Eine Schlappe auch für Consors.

Berlin - Der Vorstand der Berliner ares Energie AG hat sich entschlossen, den für den 16. November geplanten Börsengang zu verschieben.

Als Begündung nennt das Unternehmen das "gegenwärtig schlechte Umfeld am Neuen Markt".

Die kurzfristige Absage dient auch nicht gerade dem Image von Consors. Der Discountbroker gehört neben der Bankgesellschaft Berlin und dem Bankhaus Delbrück zu den drei Konsortialführern der Emission. Consors arbeitet derzeit daran, ein eigenes Investmenthaus aufzubauen.

Das Anleger-Interesse an der neuen ares-Aktie war gering. Die vorbörslichen Notierungen bewegten sich am unteren Rand der Zeichnungsspanne. Nur 15,50 bis 16 Euro wollten die Investoren zahlen, während ares 16 bis 19 Euro veranschlagte.

Der nächste Termin für den Börsengang dürfte deshalb eher im Frühjahr 2001 liegen.

Händler für vieles

Auf die Bezeichnung "Stromhändler" will sich Andreas Rose nicht einlassen. Denn schließlich liefere Ares dem Kunden so ziemlich alles ins Haus, was durch Leitungen geht, betont der Vorstandsvorsitzende. Also neben Strom auch Telefon, Internet und Gas.

Mit letzterem hat das an den Neuen Markt strebende Unternehmen 1997 zu handeln angefangen. Danach folgten die Telekommunikation und seit 1999 auch Strom. "Insgesamt haben wir 120.000 Kunden, wovon wir allein 100.000 im Jahr 2000 gewonnen haben", sagt Rose.

Hintergrund für den Zuwachs an Kunden war unter anderem der Ausbau des Vertriebsnetzes, wobei Ares seine Dienstleitungen auch über das Filialnetz von ProMarkt, Saturn, Media Markt und o.tel.o anbietet.

Der Umsatz soll im laufenden Jahr rund 19,5 Millionen Euro betragen. Das Ergebnis vor Steuern wird den Angaben zufolge bei minus 10,2 Millionen Euro liegen. Der Konzernfehlbetrag wird für 2000 mit 6,2 Millionen Euro beziffert.

Da der Geschäftsbereich Wärme aber schon im Jahr 2000 den Breakeven erreichen werde und der Stromhandel voraussichtlich 2001 Gewinne erziele, sei bereits im kommenden Jahr mit einem positiven Ergebnis zu rechnen, so der Vorstandsvorsitzende.

Neben dem Mulit-Utility-Service setzt Ares auch auf die "Powerline-Technolgie", mit der Kommunikation und Strom auf der Stromleitung verbunden werden. "Wir verzichten dabei auf den Kampf um die letzte Meile", sagte Rose.

Der Fokus liege auf der Vernetzung innerhalb eines Haushaltes, dem "Home-Networking". Mit den Erlösen aus dem IPO will das Unternehmen seine internationale Expansion vorantreiben und unter anderem in Italien, Österreich und den Niederlanden in den Markt eintreten.