Aventis Setzt voll aufs Pharmageschäft

Vorstands-Chef Jürgen Dormann trennt sich von seinem Sorgenkind, der Agrosparte CropScience. Künftig soll alle Aufmerksamkeit dem profitablen Pharmageschäft gelten.

Straßburg - Die Sparte Pflanzenschutz und Pflanzenproduktion soll bis Ende nächsten Jahres abgegeben werden, erklärte Dormann am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung.

Möglich sei ein Börsengang der CropScience-Sparte unter dem Namen "Agreva". Der Vorstand werde aber "alle wertsteigernden Optionen für dieses Geschäft prüfen" und darüber umgehend mit Schering verhandeln, das 24 Prozent an dem Landwirtschaftsunternehmen hält.

Pflanzenschutz bremst Ertragsanstieg

In der vergangenen Woche hatte der aus der Fusion von Hoechst und Rhone-Poulenc hervorgegangene Konzern bekannt gegeben, dank des starken Wachstums in der Pharmasparte in den ersten neun Monaten 2000 den Gewinn nach Steuern und vor Sondereinflüssen um 39,4 Prozent auf 862 Millionen Euro gesteigert zu haben.

Trotz des Gewinnanstiegs werden jedoch Schwierigkeiten bei Aventis immer deutlicher sichtbar. Analysten zufolge könnte sowohl die offenkundige Unverkäuflichkeit des Werks Romainville ergebniswirksam werden wie auch die Rücknahme der gesamten US-Ernte 2000 des genetisch veränderten Starlink-Maises. Beides droht, den Ertragsanstieg der Gruppe im Gesamjahr zu bremsen.

Ende der industriellen Beteiligungen

Die Trennung von Pharma- und Agrargeschäft soll eine "größere strategische Flexibilität, höhere Transparenz und eine verstärkte Ausrichtung auf die jeweiligen Erfolgsfaktoren der Geschäfte" bringen, sagte Dormann.

Auch über den teilweisen Verkauf des konzerneigenen Herstellers von Tiernahrungsmitteln, Aventis Animal Nutrition, würden derzeit Gespräche geführt. Die 50-Prozent-Beteiligung an dem Tiergesundheitsgeschäft Merial steht Dormann zufolge dagegen nicht zur Debatte. Die letzten industriellen Beteiligungen, vor allem bei Messer und Wacker-Chemie, sollen nach Firmenangaben ebenfalls abgegeben werden.