Börse heute Geringe Umsätze - Dax schließt leicht im Minus

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch von seinem Abwärtstrend erholt und nur leicht im Minus geschlossen. Kursgewinne bei den Technologietiteln und eine feste Wall Street begrenzten die Verluste im Dax.

Frankfurt am Main - Zum Sitzungsende büßte der Dax 0,08 Prozent auf 6961 Punkte ein. Die Wachstumswerte am Neuen Markt ignorierten dagegen die freundliche Nasdaq. Der Nemax-50 sank um 0,58 Prozent auf 3962 Punkte. Der M-Dax fiel um 0,35 Prozent auf 4908 Zähler. Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss in Deutschland mit plus 0,93 Prozent auf 10.780 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq gewann plus 1,81 Prozent auf 3195 Punkte hinzu.

US-Zinsen bleiben unverändert

Am Abend hatte der Offenmarktausschuss der amerikanischen Federal Reserve entschieden, die Zinsen unverändert zu lassen. Auch von der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag erwarten die Marktbeobachter keine Änderung der Leitzinsen.

DaimlerChrysler und Versorgerwerte verlieren

"Die Umsätze sind relativ gering", sagte Andreas Kehl, Aktienhändler bei der Deutschen Bank. Investoren hielten sich im Tagesverlauf mit Engagements zurück, erklärten auch andere Händler.

Zu den Verlierern im Dax zählten neben den Versorgerwerten die Aktien von DaimlerChrysler. Der Autotitel gab um 4,13 Prozent auf 52,44 Euro nach. Offenbar steht die Entlassung des DaimlerChrysler-Vorstandes James Holden unmittelbar bevor. Der Manager soll durch das Vorstandsmitglied von DaimlerChrysler für Nutzfahrzeuge, Dieter Zetsche, abgelöst werden. "Das Austauschen einer Person wird das Problem bei Chrysler in den USA nicht beheben", sagte Markus Plümer von der WestLB Panmure. Zudem hatte das US-Investmenthaus Merrill Lynch seine Gewinnschätzung pro DaimlerChrysler-Aktie für 2001 von zuvor 4,02 Euro auf 3,46 Euro nach unten revidiert.

Unter den deutschen Versorgertiteln gab E.ON um 2,54 Prozent auf 61,50 Euro nach. RWE-Aktien fielen um 2,90 Prozent auf 46,60 Euro. "Energieaktien waren in der vergangenen Woche die Lieblinge der Börse", sagte ein Frankfurter Händler. Nun seien Technologietitel wieder gefragt.

Aktien der Siemens-Familie schließen mit Gewinnen

Die Aktie des Herstellers elektronischer Bauelemente Epcos kletterte um 2,05 Prozent auf 89,70 Euro. Die Siemens-Aktie rutsche am Nachmittag kurzzeitig bei steigenden Umsätzen ins Minus. Händler sahen eine größere Verkaufsorder hinter dem steilen Kursrutsch. Zum Handelsschluss lag das Papier um 0,91 Prozent fester bei 137,95 Euro. Die Halbleiter-Aktie Infineon, an der Siemens rund 71 Prozent hält, verbesserte sich zuletzt um 1,66 Prozent auf 48,30 Euro.

Lufthansa-Titel heben ab

Die Spitzenposition im Dax verteidigte Lufthansa mit einem Plus von 3,26 Prozent auf 25,00 Euro. Die Kranichlinie hatte am Morgen trotz explodierender Treibstoffpreise nach neun Monaten die Gewinnprognose für das laufende Jahr kräftig angehoben. Statt mit 15 Prozent wird nun mit einem um 40 Prozent höheren operativen Ergebnis gerechnet. Damit bestehen "Chancen, das Rekordniveau des Jahres 1998 zu erreichen", sagte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Weber.

Wachstumswerte gaben Gewinne wieder ab

Die Wachstumswerte am Neuen Markt haben ihre Anfangsgewinne nicht verteidigen können. "Der Markt ist weiterhin angeschlagen", sagte ein Frankfurter Händler. Die zukünftige Richtung des Marktes sei völlig offen. Bisher habe es der Markt versäumt einen stabilen Boden auszubilden und jedes neue Jahrestief gebe neue Verkaufssignale. Durch die geringe Liquidität seien ein Großteil der Kursbewegungen willkürlich und unberechenbar.

Stühlerücken im Nemax-50 zeigt kaum Wirkung

Die Umbesetzung des Nemax-50 durch die Deutsche Börse brachte kaum Bewegung in den Neuen Markt. Demnach rücken ACG, Comroad, Lion Bioscience und Medigene in den Index auf. Diese Unternehmen ersetzen: Infomatec, ricardo.de, Teldafax und Teles. Nach Ansicht des Frankfurter Händlers sei die Umschichtung aber "im großen Rauschen" des Marktes untergegangen.

Pandatel legen mehr als neun Prozent zu

Pandatel gehörten nach Vorlage ihrer Neun-Monats-Zahlen zu den Gewinnern des Tages. Die Aktien des Telekommunikationsausrüsters schlossen mit einem Aufschlag von 9,32 Prozent auf 56,30 Euro.

Heyde brachen um 15 Prozent auf 17 Euro ein. Das Unternehmen gab vor Handelseröffnung ein operatives Ergebnis von 18,6 Millionen Mark bekannt nach 12,8 Millionen in der gleichen Vorjahresperiode. Der Umsatz der Heyde-Gruppe stieg gleichzeitig von 103 Millionen auf 227 Millionen Mark.

Comdirect-Aktien auf neuem Jahrestief

Comdirect fielen nach Vorlage ihrer Quartalsergebnis auf ein neues Jahrestief. Die Aktien der Online-Bank schlossen mit einem Minus von 3,84 Prozent auf 26,30 Euro. Die deutlichen Kursverluste konnten sich Händler nicht erklären. "Die Zahlen fielen genau wie erwartet aus", sagte eine Frankfurter Händlerin. Die positiven Neun-Monatszahlen könnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Kundenwachstum deutlich verlangsame, sagte Aktienanalyst Ralf Dibbern von M.M. Warburg.

Nach Ansicht von Dibbern sei der Online-Bank-Sektor zwar weiterhin ein Wachstumsmarkt, der hohe Margen- und Wettbewerbsdruck belaste aber die Branche. Daher sieht der Experte lediglich eine marktdurchschnittliche Entwicklung der comdirect-Aktie.

Süss profitiert von guten Geschäftszahlen

Ebenfalls im Plus lagen Süss MicroTec. Das Unternehmen hatte am Morgen seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Demnach stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber dem Vorjahr von 0,9 Millionen auf 14,7 Millionen Mark. Die Aktien des Ausrüsters für die Chipindustrie kletterten um 7,20 Prozent auf 29,48 Dollar.

Zwei Unternehmen wagten am Mittwoch den Schritt an den Neuen Markt. Biolitec eröffneten nach einem Ausgabepreis von 16 Euro mit 16,50 Euro und Funkwerk wurden auf dem Börsenparkett erstmals zu 23,50 Euro gehandelt. Der Ausgabepreis hatte bei 20 Euro gelegen. Zuletzt notierten Biolitec mit 16 Euro und das Funkwerk-Papier wurde mit 22,50 Euro umgesetzt.

Euro tendierte etwas schwächer

Die Gemeinschaftswährung wurde am Abend mit 0,8556 Dollar gehandelt. Die US-Währung kostete damit 2,2862 Mark. Am Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 0,8596 (Dienstag: 0,8583) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar war damit 2,2753 (2,2787) Mark wert.

Am Rentenmarkt bewegte sich kaum etwas. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen lag unverändert bei 105,73 Punkten. Der Rentenindex Rex pendelte ebenfalls um seinen Vortagesschluss bei 110,45 Zählern. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag mit 5,23 Prozent fest nach 5,22 Prozent am Dienstag.