Rudi Völler Personalie der Nation vor der Klärung

Soll der Ex-Weltmeister künftig für den DFB oder Bayer Leverkusen arbeiten? Der einstige Torjäger weiß selbst nicht, was er will. Er pendelt zwischen Lust und Pflichtgefühl.

Leverkusen - "Es ist wirklich noch keine Entscheidung gefallen, aber es sollte baldmöglichst eine Lösung her», sagte der 40 Jahre Völler am Mittwoch nach der nächtlichen Rückkehr der Leverkusener aus Lissabon vom letzten Champions-League-Spiel.

Eines wolle er jedenfalls nicht: "Die Doppellösung geht nicht, weil es zu Überschneidungen bei den Interessen kommt. das habe ich schon in den letzten Tagen bemerkt, wenn ich mich mit Bayer und der Nationalmannschaft beschäftigen musste."

Derzeit betreut der Sympathieträger in Personalunion Deutschlands Eliteauswahl und das Leverkusener Bundesliga-Team.

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit Gerhard Mayer-Vorfelder und Horst R. Schmidt will mit der Bayer-Konzernspitze und den Fußball-Managern Reiner Calmund und Wolfgang Holzhäuser über Völlers zukünftige Tätigkeit Gespräche führen. Eine Entscheidung wird für Donnerstag erwartet.

Völler hat mehr Lust auf Nationalmannschaft

Sein vorrangiges Interesse, als DFB-Teamchef über den 31. Mai 2001 hinaus tätig zu werden, formuliert der frühere Weltklassestürmer bisher nur indirekt. Einerseits gilt seine Ambition auf ein längerfristiges Engagement als Ribbeck-Nachfolger als verbrieft, andererseits fühlt sich der bodenständige Völler seinem Club Bayer 04, der seinen Vertrag als Sportdirektor sogar über den 30. Mai 2003 hinaus verlängern möchte, sehr verbunden.

Völler meinte, er wäre nicht derjenige, der den Konflikt entscheiden könne. Denn für ihn hat die Vertragstreue zu den Leverkusenern hohe Bedeutung. "Es besteht eben ein Vertrag bis 2003 mit Leverkusen. Ich bin vom Verein nur an den DFB ausgeliehen bis zum 31. Mai 2001", meinte Völler.

Doch seit der Demission von Christoph Daum trainiert er auch den Bundesligisten. Aber schon bald will Völler diesen Job wieder abgeben.

Derzeit soll es zwei Kandidaten für den Posten geben. Ex-Bundestrainer Berti Vogts und Klaus Toppmöller. Favorit ist Toppmöller, der noch beim Zweitligisten 1. FC Saarbrücken unter Vertrag steht.