Spirem will medizinische Informationen entwirren

Noch ist das Startup Spirem nicht auf dem Markt - aber es steht in den Startschuhen. Das Unternehmen, Gewinner des letzten Gründerwettbewerbs Multimedia, will als Moderator zwischen medizinischen Experten und Ärzten im Internetgeschäft Fuß fassen.

Berlin - Spirem ist eine Phase der Zellteilung. Zu diesem Zeitpunkt liegt bereits die Erbinformation vor - allerdings noch zusammengeklumpt. Das Internetunternehmen mit diesem Namen hat sich vorgenommen, die vorhandenen Informationen zu entwirren. Losgehen soll es voraussichtlich Mitte 2001.

Spirem will als eine Art Moderator medizinische Informationen durch Interviews und Experten-Meinungen ordnen, ergänzen und verständlich machen. Ziel ist es, den Kommunikationsfluss zwischen der Forschungsfront und den Praktikern zu forcieren. Dabei sollen Kriterien wie Qualität, Unabhängigkeit von einem Pharmaunternehmen und klinische Relevanz eine wichtige Rolle spielen.

Geplant ist eine Mischung aus medizinischem Content, Data-Warehousing und analytischer Beratung. Die Macher der Site können dafür nach eigenen Angaben auf ein Expertennetz von rund 1000 Fachleuten zurückgreifen.

Beratungsplattform nicht nur für Ärzte

Ziel ist es, eine Beratungsplattform für Strategien und Visionen im Bereich Healthcare-Business zu schaffen. Zielgruppe sind sowohl Ärzte, Krankenhäuser und Versicherungen als auch die Pharmaindustrie, staatliche Einrichtungen und Berufsverbände.

Für den kostenlose Zugang an Informationen sollen die Nutzer als Gegenleistung Fragen zu praktizierten Therapie- und Diagnostikstrategien beantworten. Darüber hinaus ist in einem zweiten Schritt der Aufbau eines Data-Warehousing mit klinischen Primärdaten geplant. Es soll die Abfrage und Auswertung von medizinischen und wirtschaftlichen Fragen ermöglichen. Die Nutzung der Datenbank ist kostenpflichtig. Berechnet werden dabei die Dauer der Nutzung und der abgerufene Datenumfang.

Gesundheitsmarkt mit großen Potenzialen

Dem Online-Gesundheitsbereich sprechen die Marktforschungsinstitute hohe Chancen zu. Jupiter Research beispielsweise prognostiziert für den B-to-C-Markt einen Anstieg auf 10 Milliarden Dollar im Jahr 2004. Schätzungen für E-Commerce im Healthcare-Markt gehen für 2004 von einem Marktvolumen von 700 Millionen Dollar aus.

Derzeit tummelt sich bereits eine Vielzahl von Gesundheitsportalen im Netz. Netdoctor.com, Multimedica.de, Planetmedica, G-Netz und Gesundheitscout24.de sind nur Beispiele. Die meisten medizinischen Web-Portale bieten Informationen und haben dabei Laien als Zielgruppe. Professionell orientierte Websites bieten ihre Dienst zum größten Teil kostenpflichtig an wie beispielsweise Netdoctor Pro, dem Profi-Service von Netdoctor, Multimedica.de oder Gesundheitscout24.de

Geschäftsmodell überzeugte beim Gründerwettbewerb Multimedia

Hinter Spirem stecken die amerikanische Medizin-Journalistin Heidi Hiebert und Bernard Tenckhoff. Hiebert sammelte in ihrer Laufbahn bereits Managementerfahrung beim World Economic Forum und bei Arthur D. Little. Tenckhoff befindet sich noch in der letzten Phase seiner Ausbildung zum internistischen Facharzt an einem Berliner Krankenhaus.

Die beiden Initiatoren konnten mit ihrem Geschäftsmodell die Jury beim Gründerwettbewerb Multimedia 1999/2000 überzeugen und gewannen einen der Preise. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Auch in diesem Jahr hat das Ministerium wieder zum Wettbewerb ausgerufen. Interessierte können sich mit ihrer Idee bewerben.

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