Freitag, 23. August 2019

Euro-Bindung adé Die Schweiz zieht die Notbremse

Franken und Euro: Der Euro ist zeitweise unter die Parität zum Franken gefallen - Exporte der Schweizer werden dadurch teurer.

Die Schweiz verabschiedet sich aus der Euro-Bindung. Zu Recht. Ein Hartwährungsland hat langfristig bessere Perspektiven - im Gegensatz zu Deutschland.

Nur wenige Wochen nach dem gescheiterten Goldreferendum zieht die Schweizer Notenbank die Notbremse und verabschiedet sich aus der Bindung an den Euro. Spätestens seit dem gestrigen Votum des Generalanwalts des EuGH steht fest, dass es für den Euro nur eine Richtung gibt: die zunehmende Aufweichung und Abwertung durch verzweifelte Rettungsmaßnahmen der EZB.

Die europäische Notenbank muss einspringen, weil die Politik sich um die eigentliche Lösung der Probleme drückt. Ein Weg, den die Schweiz zu Recht nicht mitgehen sollte.

Schon die bisherige Stützung hat zum Aufbau erheblicher Eurobestände geführt. Doch ist es sinnvoll, erhebliches Volksvermögen in Staatsanleihen der Euro-Zone zu investieren? Wohl kaum. Und dies noch verstärkt fortzusetzen wohl ebenfalls nicht.

Hartwährungsland Schweiz, Weichwährungsland Deutschland

Für die Schweizer Exporteure ist es erstmal eine schlechte Nachricht. Doch zeigen Studien, dass letztlich jene Wirtschaften sich am besten entwickeln, die unter ständigem Druck einer harten Währung stehen. Die Produktivität wächst deutlich schneller als in Weichwährungsländern. Dies gilt für die Schweiz und galt auch für Deutschland bis zur Einführung des Euro.

Letztlich ist der heutige Tag eine Warnung für alle jene, die auf die Allmacht der Notenbanken setzen. Auch diese können keinen Wohlstand herbei drucken. Spekulanten wurden heute auf dem falschen Fuß erwischt. Dies droht auch woanders. Man denke nur an den vermeintlich risikofreien "Japan Trade" (long Nikkei, short Yen) und die Annahme, Aktien könnten dank der Notenbanken nie mehr fallen. Die extremen Kursschwankungen des heutigen Tages - nicht nur an den Währungsmärkten, sondern auch an den Aktienmärkten - sollten Anleger eines Besseren belehren.

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