Montag, 19. August 2019

Absturz des Euro Notenbank kapituliert, Schweizer Börse kollabiert - deutsche Anleger kassieren

Währungsgewinne: So macht die SNB deutsche Aktionäre glücklich
REUTERS

2. Teil: SNB befürchtete weitere Abschwächung des Franken zum Dollar

Die SNB begründete die jetzige Aufhebung des Mindestkurses mit der Abschwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Gleichzeitig habe der Franken zum Dollar abgewertet. Deswegen sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Durchsetzung und Aufrechterhaltung des Euro-Franken-Mindestkurses "nicht mehr gerechtfertigt sei", schreibt die SNB.

Die Unterschiede in der geldpolitischen Ausrichtung der bedeutenden Währungsräume hätten sich in letzter Zeit markant verstärkt und dürften sich noch weiter verstärken, hieß es. Damit dürfte die SNB zum einen auf den Euroraum anspielen: Die EZB könnte am 22. Januar mit breit angelegten Anleihekäufen eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschließen. Zum anderen steuert die US-Notenbank Fed auf die erste Leitzinsanhebung nach der Finanzkrise zu.

"Die Entscheidung ist für die Finanzmärkte vollkommen überraschend gekommen", sagte Ulrich Wortberg, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Man habe allerdings zuletzt in der Notenbankbilanz gesehen, dass die SNB immer mehr an Anleihen aus der Eurozone kaufen musste.

Glaubwürdigkeit in Gefahr - Ausfuhren der Schweiz dürften leiden

In den vergangenen Wochen hatte der Euro-Franken-Kurs an der Grenze von 1,20 Franken förmlich geklebt. Um den Mindestkurs zum Euro zu verteidigen kaufte die SNB laut Händlern vor allem Anleihen aus Deutschland und Frankreich. Nach Einschätzung von Experten sind die Risiken der Notenbank offenbar zu groß geworden.

"Durch die Entscheidung gefährdet die Notenbank jedoch ihre Glaubwürdigkeit, da sie sich immer zu dem Mindestkurs bekannt hatte", sagte Wortberg. Das Versprechen der SNB war stark: Stets versicherte sie, den Mindestkurs unter allen Umständen zu verteidigen und dazu unbegrenzt Euro anzukaufen. In der Zukunft würden die Märkte der SNB einen neuen Mindestkurs nicht abnehmen, sagte Experte Wortberg.

Die Ausfuhren der Schweiz dürften unter der Entscheidung stark leiden. Nach Einschätzung der Großbank UBS könnten die negativen Folgen für die Exportwirtschaft rund 5 Milliarden Franken oder 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts betragen. Produkte aus der Schweiz und Urlaub dort werden beispielsweise für Deutsche teurer. Gleichzeitig dürfte es Unternehmen aus Deutschland und der Eurozone leichter fallen, in die Schweiz zu exportieren.

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