UMTS Weit entfernt von Höhenflügen

Die Euphorie der UMTS-Bieter ist verpufft. Nach dem ernüchternden Ergebnis in Italien kommt die Versteigerung in Wien nur langsam in Schwung.

Wien - In der zweiten Bieterrunde summierten sich am Donnerstag die Höchstgebote der Bieter auf 8,656 Milliarden Schilling, rund 1,23 Milliarden Mark.

Sämtliche Einzelbieter und Konsortien würden bei diesem Stand eine für jeweils gut 1,4 Milliarden Schilling so genannte kleine Lizenz mit zwei gepaarten Frequenzblöcken erhalten.

In das Bieterrennen um die vier bis sechs Frequenzpakete starteten sechs Firmen und Bietergemeinschaften, darunter auch Deutsche Telekom, Mannesmann und E.ON. Experten erwarten nach dem niedrigen Erlös bei der italienischen UMTS-Auktion ein zähes Ringen in Wien.

Eichel machte den größten Reibach

Wie in Deutschland oder Großbritannien werden auch in Österreich die Lizenzen für UMTS, der Norm für die dritte Mobilfunkgeneration, an Meistbietende versteigert. Vorsichtige Experten erwarten Einnahmen von umgerechnet etwa 1,5 Milliarden Mark für die Alpenrepublik. Optimisten hoffen mindestens auf das Doppelte.

Das lukrativste Geschäft machte im August der deutsche Finanzminister Hans Eichel (SPD). Auf einer tagelangen Auktion in Mainz erhielten sechs Unternehmen und Bietergruppen für insgesamt fast 99 Milliarden Mark den Zuschlag. Vom Jahr 2003 an dürfen sie die zwölf Frequenzblöcke nutzen.

Niederlande waren enttäuscht

In Großbritannien hatte der Milliardenpoker im April umgerechnet 74 Milliarden Mark eingebracht. Unter den fünf Unternehmen, die sich erfolgreich am Bietergefecht um sechs Lizenzen beteiligten, waren britische Töchter der Deutschen Telekom und von Mannesmann.

Die UMTS-Lizenzen in den Niederlanden fanden im Juli für etwa 5,3 Milliarden Mark ihre Käufer. Der Finanzminister hatte auf die dreifache Summe gehofft, mit der er die Staatsschulden verringern wollte.

Zu den Ländern, die die Lizenzen per Ausschreibung in so genannten Schönheitswettbewerben umsonst oder gegen vergleichsweise geringe Gebühren vergeben, gehören die skandinavischen Staaten, Frankreich und Spanien.

Zum Auftakt des europäischen Rennens um die Mobilfunkmärkte der Zukunft gingen die vier finnischen Lizenzen im März 1999 kostenlos weg.

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