Adidas-Salomon US-Geschäft trübt Bilanz

Im Olympia-Jahr erlebt der designierte Chef Herbert Hainer einen Gewinneinbruch. Grund sind Probleme auf dem US-Markt. Die Hoffnungen liegen auf der neuen Strategie, mit der der übermächtige Rivale Nike überholt werden soll.

München - Mit den Neunmonats-Zahlen, die Hainer am Donnerstag einen Tag vor dem 100. Geburtstag von Firmengründer Adi Dassler bekannt gab, erfüllte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten.

Der Sportartikelhersteller schloss die ersten neun Monate des Jahres mit einem Gewinneinbruch ab. Das Ergebnis vor Steuern habe mit 326 Millionen Euro 15 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, berichtete Adidas-Salomon.

Gewinn ging deutlich zurück

Der Überschuss ging um 22 Prozent auf 177 Millionen Euro zurück. Dagegen baute der zweitgrößte Sportartikelkonzern der Welt seinen Umsatz um sieben Prozent auf 8,6 Milliarden Mark aus. Der Umsatz wurde um sieben Prozent von 4,2 auf 4,4 Milliarden Euro gesteigert. Maßgeblich hierfür seien Sportschuhe und Sportzubehör mit Wachstumsraten von neun und 24 Prozent.

Bei einem Umsatz von 1,677 (1,575) Milliarden Euro sei im wichtigen dritten Quartal ein Vorsteuergewinn von 190 (218) Millionen Euro erzielt worden.

Grund für den Ergebnisrückgang ist das Wachstums- und Effizienzprogramm, mit dem der Konzern zum Konkurrenten Nike aufschließen will. Nach Firmenangaben wird durch das Programm der Gewinn im Gesamtjahr um rund ein Fünftel geschmälert.

Analysten hatten Probleme auf dem US-Markt vorhergesagt

Matthias Gmeinwieser, Analyst der Bayerischen Landesbank, hatte "recht gute Zahlen" erwartet, wenn nicht die Probleme auf dem nordamerikanischen Schlüsselmarkt wären. Markus Reck von der HypoVereinsbank wollte ebenfalls die Lage in den USA abwarten. Für einen Ergebnisanstieg seien die Auftragseingänge dort entscheidend.

Die HypoVereinsbank stufte die Adidas-Aktie vor Bekanntgabe der Zahlen auf "neutral" ein. "Neutral Gewichten" lautete auch das Urteil bei Kant Vermögensmanagement.

Die BayernLB rechnet damit, dass die Umstrukturierung des Sportartikelherstellers Mitte 2001 durchschlägt. Ebenfalls brauche es eine Weile, bis die als gut bewertete neue Drei-Divisionen-Strategie ergebniswirksam werde.

Rätselraten über das Kurstief

Schwer erklärbar ist nach Gmeinwiesers Worten die negative Kursentwicklung bei Adidas. Vermutlich schlage sich hier nieder, dass Adidas auf Grund der niedrigen Marktkapitalisierung als Absteiger aus dem Dax 30 gehandelt werde, wenn die Post Eingang in den Index finde.

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