Celanese Zukünftig unabhängiger vom Öl

Mit der Umstrukturierung seines Konzerns ist Vorstandschef Claudio Sonder noch lange nicht fertig. Im dritten Quartal rutschte er in die roten Zahlen.

Frankfurt am Main - Gut ein Jahr nach seinem Börsenstart bewegt sich das aus dem Hoechst-Konzern abgespaltene Chemie- und Kunststoffunternehmen noch immer mühsam. Im dritten Quartal hat es soeben ein negatives Betriebsergebnis eingefahren. Es beträgt minus 47 Millionen Euro und ist damit noch schlechter als das vom Vorjahr. Damals lag das Ergebnis bei minus 33 Millionen Euro.

Für die ersten drei Quartale stehe aber unter dem Strich ein Betriebsgewinn von 45 Millionen Euro, nach einem Minus von 248 Millionen Euro ein Jahr zuvor, betonte Sonder. Der Verlust je Aktie betrug 0,35 Euro, verglichen mit einem Gewinn je Aktie im dritten Quartal 1999 von 0,18 Euro.

Rohstoffkosten als Ursache

Die Absatzmengen sind nach Firmenangaben um drei Prozent zurückgegangen. Gesteigert werden konnte der Umsatz. Das allerdings lag zu 14 Prozent an positiven Wechselkurseinflüssen.

Als Grund für die ernüchternden Zahlen gab Vorstandsvorsitzender Sonder am Donnerstag Sonderaufwendungen und hohe Rohstoffkosten an. Er bekräftigte, man halte weiterhin an der Strategie zur Steigerung von Wachstum und Ertragskraft fest. Es werde auf Preiserhöhungen, Margenverbesserungen und Strukturveränderungen gesetzt.

Mittelfristig wolle sich das Unternehmen unabhängiger vom Öl machen. Nach Einschätzung des Vorstandes könne kaum mehr mit niedrigen Ölpreisen gerechnet werden. Daher setze Celanese vermehrt auf Biotechnologie und die Brennstoffzelle.

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