Portale Nur die Größten werden überleben

Düstere Aussichten für Internetportale. Das Marktforschungsinstitut Forrester Research prognostiziert, dass in Europa nur wenige der Top-Adressen vom zunehmenden Traffic im Internet profitieren werden.

New York - Aber selbst diese großen Portale würden ihren Einfluss verlieren, da spezialisierte Websites, Marketing-Dienstleister und andere Plattformen sich um das selbe Budget streiten. Das ist ein Ergebnis der Forrester-Research-Studie "European's Portal Sqeeze".

"In Europa wird eine Mischung aus US-Invasoren wie AOl, Yahoo und Terra die Gesundschrumpfung überleben", meint Forrester-Analyst Hellen Omwando."Portale wie World Online und Altavista werden um die weiteren Führungspositionen in Bezug auf den Grad der Nutzung kämpfen." Sie würden unter den wenig differenzierten Angeboten leiden. Darüber hinaus hätten sie nicht den Vorteil des "First-Mover".

Internetprovider produzieren Traffic

Gewinner wie AOL profitieren davon, dass sie als Internet Service Provider automatisch Verkehr produzieren. Yahoo sichere sich vor allem durch seinen bekannten Namen und ein Netzwerk von Pratnerschaften seinen Erfolg.

In Europa würden nur drei dominante Portale triumphieren - allerdings nur mit Hilfe finanzkräftiger Kapitalgeber aus dem Bereich Telekommunikation.

Terra dominiert bislang das südliche Europa. es ist anzunehmen, dass es den Zusammenschluss mit Lycos zur weiteren Expansion nach Nordeuropa nutzen werde. Die Telecom Frnace-Tochter Wanadoo wiederum wird durch Cross-Promotion und den Content des Schwester-Portals Voila profitieren. T-Online als größter Internet Service Provider Europas verfügt über ausreichendes Kapital, um neue Märkte durch Akquisitionen zu erobern.

Portale bei Werbung bevorzugt

"Für Dotcom-Unternehmen gibt es immer weniger Risikokapital." sagt Omwando. Investoren schnallen ihren Gürtel immer enger, sodass nur wenig bis gar kein Geld für die Portale bereit stehe. Brick and Motar-Unternehmen, die ihre Werbung ins Internet verlegen, werden ebenfalls erstklassige Portale vorziehen, da diese die meisten Besucher garantieren.

Für Portale der zweiten Reihe bedeute dies, dass sie entweder zu attraktiven Übernahmeobjekten würden, das Geschäftsmodell in Richtung Provider veränderten oder den Schulterschluss mit ebenbürtigen Anbietern suchten, sofern sie nicht gänzlich aufgeben würden.

Konkurrenz steht in den Startschuhen

Doch auch für die Portale, die den Schrumpfungsprozess bis zum Jahr 2002 überlebt haben, prognostiziert Forrester keine ruhigen Zeiten. Denn die bis dahin erlangte dominierende Stellung im Bereich Online-Werbung werde durch neue Konkurrenz angefochten werden. Auch wenn die Portale ihre Schlüsselrolle im Marketingmix der werbungtreibenden Unternehmen behielten. Forrester hat drei Alternativen ausgemacht, die den Portalen gefährlich werden könnten: Websites für Spezialisten, Marketing Service Provider und Portale, die auf neue Vertriebsformen setzen.

So meint das Marktforschungsinstitut, dass die europäischen Unternehmen ihre Werbeausgaben diversifizieren und letztendlich auf Spezialseiten buchen würden.

Mobilfunk und interaktives Fernsehen im Kommen

"Im Jahr 2005 werden nach unseren Prognosen mehr Konsumenten ihre Zeit mit Mobiltelefonen und interaktivem digitalen Fernsehen (iDTV) verbringen als mit dem PC, der derzeit den Portalen das geschäft bringt", sagt Omwando. "Die Betreiber von diesen Plattformen sind bereits dabei, sich als iDTV-Portale zu positionieren." Sie hätten ihre Dienstleistungen gegen Mitbewerber abgeschirmt indem sie den Zugang über Set-Top-Boxen steuerten. Omwando meint, dass sie ihren Vorteil als First-Mover dafür nützten, um Kontakte mit den jeweils besten Content-Anbietern zu knüpfen.

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