Größter Private Equity Deal des Jahres 9 Milliarden Dollar für Kratzbäume und Katzenhotels

Die Tiermarktkette PetSmart gelangt für knapp 9 Milliarden Dollar in die Hände von Finanzinvestoren. Es ist die größte Private-Equity-Übernahme in diesem Jahr: Die Investoren um BC Partners sehen offenbar noch viel Potenzial für Hunde- und Katzenhotels sowie Dienstleistungen rund ums Tier.
Hallo Katze: PetSmart ist mit Hunde- und Katzenhotels in den USA gut im Geschäft - im Segment Futter und Zubehör wächst jedoch die Konkurrenz

Hallo Katze: PetSmart ist mit Hunde- und Katzenhotels in den USA gut im Geschäft - im Segment Futter und Zubehör wächst jedoch die Konkurrenz

Foto: Alex Barlow / Getty Images

New York - Petsmart, das auf Produkte und Dienstleistungen rund um Haustiere spezialisiert ist, vereinbarte das Geschäft am Sonntag mit einer Gruppe von Beteiligungsunternehmen unter der Führung von BC Partners. Damit beugt sich PetSmart dem Druck einzelner Aktionäre, die das Management seit Juli zu einem Verkauf gedrängt haben.

Die scharfe Konkurrenz großer Einzelhändler wie Wal-Mart  und Amazon  macht PetSmart, wie auch anderen Spezialgeschäften, immer mehr zu schaffen. PetSmart betreibt über 1000 Einzelhandelsfilialen sowie Hunde- und Katzenhotels.

Für das dritte Geschäftsquartal wies das in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona ansässige Unternehmen einen stagnierenden Nettogewinn bei einem Umsatzplus von 2,6 Prozent aus.

Schuldenfinanzierte Übernahme: Petsmart überholt Gates Global

Zum Käufer-Konsortium gehören den Angaben zufolge auch Stepstone und La Caisse de dépôt et placement du Québec. Die Gruppe will 83 Dollar je PetSmart-Aktie zahlen. Am Freitag war das Papier bei 77,67 Dollar aus dem Handel gegangen, allerdings war es zuletzt bereits stark gestiegen, weil sich ein Verkauf abzeichnete. Insidern zufolge hatten sich auch andere Finanzinvestoren, darunter KKR und Apollo, um den Zuschlag bemüht.

Private-Equity-Fonds spekulieren bei schuldenfinanzierten Übernahmen in hohem Maße mit geborgtem Geld und profitieren dabei vor allem durch günstiges Fremdkapital. Den größten Deal dieser Art hatte 2014 bislang Blackstone mit der Übernahme des Industrieunternehmens Gates Global für 5,4 Milliarden Dollar gestemmt.

Bei Petsmart hatte es zunächst noch so ausgesehen, als würde ein anderer Bieter den Zuschlag für die Kette mit 53.000 Angestellten und 1340 Läden erhalten. BC Partners habe dann in letzter Minute den Wettbewerber Apollo überboten, berichteten US-Medien unter Berufung auf eingeweihte Quellen. Auch die Private-Equity-Riesen Kohlberg Kravis Roberts und Clayton Dubilier & Rice sollen Interesse gehabt haben.

Hedgefonds drängten Petsmart zum Verkauf - und machen nun Kasse

Die größte Firmenübernahme mit hohem Fremdkapital-Anteil, die es in diesem Jahr in den Vereinigten Staaten gab, ist ein Paradebeispiel für den Wall-Street-Kapitalismus. Im Sommer hatten aggressive Hedgefonds zunächst damit begonnen, die Einzelhandelskette Petsmart zu einem Verkauf zu drängen. Nun erhalten sie 40 Prozent mehr, als die Firma wert war, bevor sie im Juli unter Druck geriet.

Doch auch andere Akteure dürfen mitkassieren: Die mit dem Verkauf beauftragte Großbank JPMorgan sowie Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfer streichen entsprechende Gebühren ein. Bei BC Partners ist man trotzdem zufrieden. Ein Großteil der für die Übernahme benötigten Mittel ist ohnehin von Banken geliehen, die derzeit in billigem Zentralbankgeld schwimmen.

Allerdings haben sich Finanzinvestoren mit kreditgehebelten Megadeals in diesem Jahr stark zurückgehalten. Bis dato ging das Volumen nach Bloomberg-Daten von 100 Milliarden Dollar im Jahr 2013 auf 65 Milliarden Dollar zurück. In den Boomjahren 2006 und 2007 war es auf mehr als 400 Milliarden Dollar gestiegen, danach bremste die Finanzkrise die Firmenjäger aus.

la/dpa/reuters