Börse Dax stürzt weiter ab - Jahresbilanz jetzt negativ

Ausverkauf an den deutschen Börsen: Der Dax stürzt erneut ab und hat binnen sechs Handelstagen knapp 8 Prozent an Wert verloren. Die Bilanz für das Aktienjahr 2014 ist inzwischen negativ.
Börse in Frankfurt: Der Dax hat seine Jahresgewinne aufgebraucht

Börse in Frankfurt: Der Dax hat seine Jahresgewinne aufgebraucht

Foto: AP

Frankfurt am Main - Anleger auf der Flucht: Der deutsche Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) hat am Nachmittag seine Verluste deutlich ausgebaut. Mit nachgebenden Kursen an der New Yorker Wall Street rutschte der Dax bis zum Handelsschluss auf Xetra um 2,72 Prozent ab und beendete den Handel bei 9334 Zählern. In der Vorwoche hatte der Index bereits 4,8 Prozent an Wert verloren. Die bisherige Jahresbilanz beim Dax weist nun einen Abschlag von knapp 2 Prozent auf.

Auch für den MDax  der mittelgroßen Werte ging es am Montag um 1,32 Prozent auf 16.158 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax  büßte 2,05 Prozent auf 1304 Punkte ein.

Auch an der Wall Street werden Anleger nervös. Schwache Immobiliendaten aus den USA hatten den Dow Jones (Kurswerte anzeigen) belastet und damit auch den deutschen Leitindex tiefer in die Verlustzone geführt.

Die Angst, dass die Leitbörse Wall Street nach der wochenlangen Rekordjagd ins Straucheln gerät, sorge für herbe Kursverluste an den weltweiten Aktienmärkten, sagte Marktanalyst Jens Klatt von DailyFX. Hinzu komme das absehbare Ende der sehr lockeren Geldpolitik in den USA, zumal die US-Industrie im November spürbar an Fahrt gewonnen hatte.

Dies passe in das Bild einer "unmissverständlich starken" US-Konjunktur, auf die bereits der überraschend deutliche Anstieg der Einzelhandelsumsätze in November hingedeutet habe, sagte Analyst Paul Dales vom Analysehaus Capital Economics.

Erhöht die Fed bald die Zinsen?

Die Anleger sorgen sich Börsianern zufolge nun, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer Sitzung am Mittwoch Signale für eine unerwartet rasche Leitzinsende geben könnte.

Außerdem gaben die Börsen Asiens am Montag kräftig nach. Die Stimmung in der japanischen Industrie hat sich im vierten Quartal eingetrübt. Zudem rechnet die Notenbank Chinas im kommenden Jahr mit einer weiteren Abschwächung der Wirtschaft. Der Ölpreis stabilisierte sich zwar, allerdings auf sehr schwachem Niveau.

Analyst Dirk Gojny von der National-Bank kommentierte daher: "Mehr und mehr fürchten die Marktakteure scheinbar, dass der Rückgang des Ölpreises nicht überwiegend auf ein massives Überangebot, sondern vielleicht doch auf konjunkturelle Schwäche zurückzuführen ist."

Merrill Lynch vermutet bei RWE eine versteckte Gewinnwarnung

Schwächster Dax-Wert war die Aktie von RWE (Kurswerte anzeigen) mit minus 4,66 Prozent. Sie weitete damit ihren fast vierprozentigen Verlust vom Freitag aus, als das Management eine Änderung seiner bisherigen Dividendenpolitik angekündigt hatte. Die US-Investmentbank Merrill Lynch vermutet hinter dem Schritt des angeschlagenen Versorgers eine versteckte Gewinnwarnung.

Ein Vorstoß des Billigfliegers Ryanair (Kurswerte anzeigen) warf einen Schatten auf die Aktien der Lufthansa (Kurswerte anzeigen) - sie sanken um rund drei Prozent. Die irische Fluggesellschaft will mehr Geschäftsreisende anlocken und deshalb künftig am Drehkreuz München starten und landen. "Wir kommen in alle eure größeren Flughäfen außer Frankfurt", kündigte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs in der "Wirtschaftswoche" an. Allerdings sei noch nichts unterschrieben.

Adidas (Kurswerte anzeigen) schlugen sich mit einem Minus von 1,61 Prozent noch besser als der Gesamtmarkt. "Wir werden in diesem Jahr mit einem Rekordumsatz in unserem Heimatmarkt Deutschland abschließen", hatte der Vorstandschef des Sportartikelherstellers, Herbert Hainer, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Die erfolgreiche Fußball-WM und der Rekordabsatz an DFB-Trikots hätten dazu beigetragen.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 2,75 Prozent auf 2982,90 Punkte ein. Der Leitindex in Paris verlor rund zweieinhalb Prozent und der Londoner FTSE 100 fiel um knapp zwei Prozent. An der Wall Street sank der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa um knapp ein Prozent.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 139,45 Punkte. Der Bund Future sank um 0,04 Prozent auf 154,68 Punkte. Der Kurs des Euro stieg und notierte zuletzt bei 1,2472 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2426 (Freitag: 1,2450) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8048 (0,8032) Euro.

la/rei/dpa/reuters
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