Worldcom Spaltet sich in zwei Geschäftszweige auf

Der US-Telekomriese will sich wie sein Konkurrent AT&T in zwei Geschäftsbereiche aufspalten. Gleichzeitig sprach der Konzern eine Gewinnwarnung aus. Die Börse quittierte die Ankündigung mit Kursabschlägen.

New York - Die rasch wachsenden Geschäftsbereiche Datenübertragung, Internet, Web-Dienstleistungen für Unternehmen sowie das internationale Geschäft mit einem Jahresumsatz von insgesamt 23 Milliarden Dollar sollen als Worldcom weiter geführt werden.

Das Telefongeschäft mit den Verbrauchern und kleinen Firmen, der Internetzugang über Telefonanwahl sowie das Telefon-Großhandelsgeschäft mit anderen Kunden geht an die neue MCI.

Telefonriese will seinen Aktienkurs ankurbeln

Der zweitgrößte US-Ferngesprächskonzern nach AT&T hofft mit der Zweiteilung offensichtlich, dass die neuen Aktien dieser Sparte von stärkeren Wachstumsaussichten profitieren werden und nicht mehr vom stagnierenden regulären Telefongeschäft gehemmt werden.

Mit der Aufspaltung folgt Worldcom dem Beispiel des Branchenführers AT&T. AT&T will sich in vier Einzelfirmen aufspalten, hatte die Gesellschaft vor wenigen Tagen angekündigt.

MCI wird es Worldcom zufolge auf einen Umsatz von rund 16 Milliarden Dollar bringen. Im amerikanischen Ferngesprächsmarkt gibt es harte Preiskämpfe, die auf die Gewinne drücken. MCI habe aber hohe laufende Einnahmen und werde Dividenden von jährlich 300 Millionen Dollar ausschütten.

Worldcom bleibt im Besitz der Vermögenswerte

Nach den Planungen des Telefonkonzerns soll es sowohl für Worldcom als auch für MCI so genannte Tracking-Aktien geben. Dabei handelt es sich um eine amerikanische Besonderheit. Die Besitzer dieser Papiere werden am Gewinn des Geschäfts beteiligt, aber nicht an den Vermögenswerten. Die Worldcom Inc. bleibt somit Besitzerin aller Vermögenswerte der beiden Einzelsparten.

Die Worldcom-Aktionäre sollen sämtliche MCI-Tracking-Aktien bekommen. Sie erhalten eine MCI-Aktie je 25 der jetzigen Worldcom-Aktien. Anschließend werden die Worldcom-Aktien in Tracking-Aktien der Worldcom-Sparte umgewandelt.

Konzern hofft auf bessere Entfaltungsmöglichkeiten

Bernard Ebbers bleibt Firmenchef der Gruppe. Die Worldcom-Umstrukturierung wird den Aktionären "zwei unterschiedliche, klare und überzeugende Investmentmöglichkeiten bieten", begründete Ebbers die Entscheidung. Worldcom glaubt auch, dass die beiden Geschäftszweige damit jeweils bessere Entfaltungsmöglichkeiten erhalten.

Gewinne gehen zurück

Mit der Ankündigung der Zeiteilung kündigte Worldcom gleichzeitg an, dass die Gewinne und Umsätze für das vierte Quartal 2000 und das kommende Jahr deutlich zurückgehen würden.

Worldcom war vor einiger Zeit aus kartellrechtlichen Gründen mit dem geplanten Kauf des drittgrößten US-Ferngesprächskonzerns Sprint gescheitert. Das Unternehmen rechnet wegen des harten Wettbewerbs, erhöhten Investitionen und anderen Wirtschaftsfaktoren damit, dass der Konzernumsatz im vierten Quartal 2000 nur noch um sieben bis neun Prozent wachsen wird.

Die Worldcom-Sparte werde dabei um zwölf bis 14 Prozent zulegen, während das MCI-Geschäft stagnieren werde, hieß es. Im kommenden Jahr dürfte Worldcom um zwölf bis 15 Prozent wachsen, während der MCI-Umsatz stagnieren oder um bis zu zwei Prozent fallen wird.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.