HEW/Vattenfall Fronten völlig verhärtet

Beim Machtkampf um den ostdeutschen Strommarkt geben die Konkurrenten weiterhin keinen Zentimeter nach. Festgefahren sitzt die Lenker Timm und Josefsson dem Southern-Chef Bill Dahlberg gegenüber.

Berlin - Der Deutschland-Chef von Southern, Jason Harlan, und die Vorstandsvorsitzenden von HEW und Vattenfall, Manfred Timm und Lars Josefsson, hatten sich zu einem mehrstündigen Gespräch getroffen. Der Versuch, ihre Differenzen beizulegen, blieb jedoch erfolglos.

Southern-Präsident will keine Holding

Zu den Konfliktpunkten zwischen HEW/Vattenfall und dem amerikanischen Southern-Konzern zählt neben der Frage der Bewag-Mehrheit immer mehr auch die Ausgestaltung des von beiden Seiten angestrebten Stromkonzerns im Osten.

Josefsson hat früher bereits klargestellt, dass er an eine integrierte Holding denkt, an der der schwedische Staatskonzern die Mehrheit hält. Darunter wären Gesellschaften für Produktion, Stromhandel, Netz, Vertrieb und Fernwärme angesiedelt, bei denen die Interessen von Southern zum Zuge kommen könnten.

Southern-Präsident Bill Dahlberg verwies dagegen Ende August in Berlin nochmals darauf, dass das amerikanische Konzept auf einer unabhängigen ostdeutschen Lösung basiere. Dies bedeute, dass die Veag nicht in eine Situation gerate, in der die Interessen Ostdeutschlands eine untergeordnete Rolle spielen könnten. Dahlberg: "Jeder künftige Kompromiss muss diese Grundidee respektieren."

Beide Seiten greifen nach dem Bewag-Paket

Bei der Bewag beharren HEW wie Southern auf dem Erwerb der Mehrheit. Beide wollen das von E.ON gehaltene Bewag-Aktienpaket von 49 Prozent übernehmen. Die Amerikaner besitzen 26 Prozent und haben die unternehmerische Führung.

Harlan erklärte, die Amerikaner würden ihr Engagement in Berlin fortsetzen und ausbauen. "Die Bewag ist und bleibt dabei die Wachstumsplattform für Southern Energy in Europa." Die Bieterfrist für die VEAG läuft am 15. November ab.

Bis 13. Dezember soll die Veag verkauft sein. Im Angebot sind 48,75 Prozent der E.ON-Anteile und 32,5 von RWE/VEW. Wegen der 1994 erfolgten Privatisierung der Veag muss der Bund dem Weiterverkauf zustimmen.

Erst vor wenigen Wochen baute der schwedische staatliche Energieversorger Vattenfall seine Beteiligung an den Hamburgischen Electricitäts-Werken aus, und zwar von 26,2 auf 71,2 Prozent. Er übernahm HEW-Pakete von Sydkraft (21,8 Prozent) und von E.ON (15,4 Prozent). Von Institutionellen wurden weitere 7,8 Prozent zugekauft.

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