US-Musikindustrie Will weiter an Verfahren gegen Napster festhalten

Die amerikanische Musikfirmen ziehen die Klage gegen die Musikaustauschbörse Napster nicht zurück. Auch wenn Bertelsmann das Geschäftsmodell zu einem legalen Tauschdienst umbauen will. Noch sind die Details nicht geklärt.

New York - Wie der Verband der Plattenverlage RIAA am Dienstag (Ortszeit) in New York erklärte, begrüßt er zwar die Allianz, wird die laufende Klage gegen Napster wegen Verletzung von Urheberrechten aber nicht zurückziehen.

Bertelsmann und Napster hatten am Dienstag überraschend eine Allianz bekannt gegeben, durch die aus der bislang kostenlosen Tauschbörse ein kostenpflichtiges Angebot zum Musikvertrieb über das weltweite Datennetz werden soll.

Napster war von der US-Musikindustrie verklagt worden, weil über die Website des Unternehmens mit einer speziellen Software kostenlos Musikstücke im digitalen MP3-Format im Internet aufgespürt und gratis heruntergeladen werden können. Dadurch sehen die Plattenlabels und Künstlerverbände ihre Rechte verletzt.

Rückzug von Bertelsmann wird die Klage nicht zu Fall bringen

"Wir begrüßen die Entscheidung, ein legaler Akteur der Online-Musikindustrie zu werden", erklärte RIAA-Präsidentin Hilary Rosen am Dienstag. Der angekündigte Rückzug der Bertelsmann-Musik-Tochter BMG aus dem Kreis der Kläger werde das laufende Verfahren gegen Napster aber nicht zu Fall bringen.

"Es ist wichtig, dass die Grundregeln für Internet-Musik ein für alle Mal festgelegt werden", betonte Rosen. Ähnlich äußerte sich auch die Plattenfirma Universal. Es sei positiv, dass Napster nun offenbar auf dem Weg sei, die Urheberrechte von Autoren und Labels anzuerkennen. Das Angebot in seiner jetzigen Form verletze aber weiter deren Rechte.

Bertelsmann stellt Napster im Zuge der Allianz einen Kredit zur Verfügung, um das neue Geschäftsmodell zu verwirklichen, und will Napster-Technologie als einen Branchenstandard beim Vertrieb von Internet-Musik etablieren. Die Partner hatten deshalb die Industrie aufgefordert, sich an dem neuen Geschäftsmodell zu.

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