Deutsche Bank Aktiengeschäft brachte höchsten Gewinnbeitrag

Das Geldhaus hat im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im Geschäft mit Börsengängen in Deutschland eroberten die Frankfurter den ersten Platz. Konzernchef Rolf Breuer stimmt das optimistisch.

Frankfurt am Main - Trotz eines anfälligen Marktumfeldes sei er zuversichtlich, auch im vierten Quartal ein gutes Ergebnis zu erzielen, schreibt Breuer im Aktionärsbrief. Analysten beurteilten die Geschäftsentwicklung durchweg positiv, da die Deutsche Bank sich offenbar auch in einem schwächeren Marktumfeld behaupten konnte.

Der Gewinn vor Steuern ist den Angaben zufolge in den ersten neun Monaten um 126 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro oder 0,90 Euro je Aktie zum Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte die Bank am Mittwoch mit. Das Institut profitierte im dritten Quartal von einer positiven Entwicklung im Investment-Banking.

Drittes Quartal besser als befürchtet

Beim Gewinn im dritten Quartal schnitt die Bank allerdings schwächer ab. Die freundliche Verfassung der Kapitalmärkte vom ersten Halbjahr habe sich nicht fortgesetzt, räumte Breuer ein. Schuld seien die Turbulenzen insbesondere im Technologie- und Telekomsektor.

So brach das Ergebnis aus Finanzanlagen auf 98 Millionen Euro von 2,382 Milliarden Euro im zweiten Quartal ein. Das Vorsteuererergebnis ging auf 1,052 Milliarden von 3,216 Milliarden Euro im zweiten Quartal zurück. Der Gewinn nach Steuern reduzierte sich deutlich auf 591 Millionen Euro nach 2,817 Milliarden Euro im Vorquartal.

Marktführer bei Börsengängen

Im zweiten Quartal hatte die Deutsche Bank ihren Anteil der Allianz auf 4,1 von zuvor sieben Prozent reduziert und durch diese Transaktionen einen steuerfreien Gewinn von mehr als zwei Milliarden Euro erzielt. Analysten hatten auf Grund dieses einmaligen Effektes einen Rückgang im dritten Quartal bereits prognostiziert.

Das Aktiengeschäft brachte in den ersten neun Monaten laut Breuer den höchsten Gewinnbeitrag. Der Bereich Globale Unternehmen und Institutionen, der das Investment-Banking umfasst, verbesserte in diesem Zeitraum sein Bruttoergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 68 Prozent auf 3,21 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor betrug er 1,91 Milliarden Euro.

Während die Frankfurter bei Fusionen und Beteiligungen weiter hinter US-Rivalen wie Goldman Sachs liegen, setzten sie sich in Deutschland an die Spitze des Geschäfts mit Börsengängen. Die Bank zog in den ersten neun Monaten fünf Milliarden Euro aus dem IPO-Geschäft, so eine Untersuchung des britischen Marktforschers Capital Data. Im Bereich Mergers & Acquisitions belegt des Geldhaus Bloomberg zufolge den weltweit 16. Platz.

Den deutlichsten Zuwachs verzeichnete die Deutsche im Privatkundengeschäft, wo sich das Ergebnis mit 848 Millionen Euro mehr als verdreifachte. Hier zahlten sich den Angaben Breuers zufolge die Investitionen zur Neupositionierung der Deutschen Bank 24 aus.

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