Napster Das Prinzip ist ganz einfach

Mit Hilfe der Software der amerikanischen Online-Musiktauschbörse Napster tauschen derzeit weltweit 37 Millionen registrierte Nutzer Musiktitel kostenlos untereinander aus. Das Prinzip ist ganz einfach:

Berlin - Das Programm ermöglicht es Internetnutzern, die gewünschten Songs schnell und unkompliziert in den Weiten des Internets zu finden. Dafür pflegt Napster Inc.  ein riesiges Inhaltsverzeichnis aller Stücke und Nutzer. Die Dateien werden dann direkt unter den Nutzern ausgetauscht.

Die Software wird auf dem eigenen Rechner installiert und durchsucht dort freigegebene Verzeichnisse nach Musik-Dateien. Diese Dateien werden an die Napster-Datenbank gemeldet, die die Musikstücke aller Nutzer auflistet. Andersherum kann man mit der Software die Datenbank von Napster durchsuchen und das gefundene Stück direkt vom Rechner des Besitzers herunterladen.

Als Datenformat nutzt Napster das populäre MP3-Verfahren. Diese Technologie haben Wissenschaftler des deutschen Fraunhofer-Instituts erfunden. Es ermöglicht, dass Musikstücke von CD ohne Qualitätsverluste auf ein Zehntel ihrer digitalen Datenmenge reduziert und als Datei schnell verschickt werden können.

Abgespielt werden MP3-Dateien über Computerprogramme wie zum Beispiel Realjukebox, Musicmatch oder Winamp, über tragbare MP3-Player oder spezielle CD-Spieler. Das Problem beim Napster-Prinzip liegt darin, dass die Festplatten der Teilnehmer für Fremde zugänglich werden und das System nicht sicher vor Manipulationen ist. Tatsächlich hat sich das Prinzip des freien Datenaustauschs unabhängig von Napster längst verselbstständigt.

Eine Vielzahl von ähnlichen, zumeist nicht kommerziellen "Peer-to-Peer-Netze" - kurz P2P genannt - sind inzwischen entstanden, die je nach Anzahl der gleichzeitig verbundenen Nutzer einige tausend oder mehrere Millionen Dateien anbieten. Sie findet inzwischen verstärkt Interesse bei Firmen wie Intel oder der IBM-Tochter Lotus.

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