Daewoo "Entscheidung über Leben und Tod"

Mit massivem Stellenabbau macht der neue Chef Lee Jong-Dae die Autosparte der zusammengebrochenen Industriegruppe für eine Übernahme durch General Motors fit. Er erfüllt damit Forderungen der Gläubiger.

Seoul - Daewoo Motor will im kommenden Jahr Kosten in Höhe von 900 Milliarden Won (1,8 Milliarden Mark) einsparen. Allein in Südkorea würden dadurch 3500 der insgesamt 17.000 Stellen wegfallen, hieß es in einer Unternehmens-Mitteilung.

Zudem werde Daewoo die Produktion in Rumänien, der Ukraine, Usbekistan und Indien drosseln oder eventuell ganz schließen. Darüber hinaus würden fünf oder sechs der bislang 33 Verkaufsniederlassungen im Ausland dicht gemacht.

Rettungsplan zu "kritischem Zeitpunkt"

Gewerkschaftsvertreter protestierten gegen die Restrukturierungspläne. Der neue Daewoo-Chef hielt dem entgegen, der Rettungsplan komme "zu einem kritischen Zeitpunkt" und werde "über Leben oder Tod der Firma entscheiden".

Die Gläubiger drängen Daewoo Motor seit Wochen zur Stellenreduzierung und zum Verkauf von Tochtergesellschaften im In- und Ausland, um das Unternehmen für eine mögliche Übernahme durch den US-Autobauer General Motors attraktiv zu machen.

Manager entlassen

Dazu hatte Daewoo Motor bereits die Produktion in seinem ausländischen Hauptwerk in Polen zurückgefahren und in der vergangenen Woche 40 Manager entlassen.

Der Verkauf von Daewoo Motor ist das Kernelement bei der Auflösung der im vergangenen Jahr unter einem riesigen Schuldenberg zusammengebrochenen Daewoo-Gruppe, des einst zweitgrößten südkoreanischen Industriekonglomerates. Bei einem ersten Bieterverfahren für Daewoo Motor im Juni hatte sich der US-Hersteller Ford durchgesetzt.

Ford zog Angebot überraschend zurück

Nach mehrmonatigen Übernahmeverhandlungen hatte der Konzern sein Gebot über 6,9 Milliarden Dollar (16 Milliarden Mark) im September aber überraschend zurückgezogen.

Auch die früheren Mitbewerber DaimlerChrysler und Hyundai als einziger nationaler Interessent winkten in der Zwischenzeit mit Verweis auf die prekäre Finanzlage von Daewoo Motor ab.

Nach dem Absprung von Ford Motor hatten General Motors (GM) und dessen Partner Fiat Anfang Oktober Übernahmeverhandlungen mit Daewoos Gläubigern angekündigt. GM ist an der Übernahme der Pkw-Aktivitäten und damit verbundener Geschäftsbereiche interessiert.

Der weltgrößte Autohersteller nimmt derzeit eine Überprüfung der Bücher und Bewertung der Anlagen Daewoos vor.

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