Brokat Höhere Verluste bei steigenden Umsätzen

Das Software-Unternehmen hat mit seinen Umsatzzahlen die Anleger enttäuscht. Am Neuen Markt stürzte der Titel ab. Vorstandschef Stefan Röver versucht zu schlichten: Langfristig werde sich die Firmenstrategie auszahlen.

Stuttgart - Brokat hat im dritten Quartal 2000 bei deutlich gestiegenen Umsätzen mehr Verluste als im Vorjahreszeitraum eingefahren. Das operative Ergebnis ging um 116 Prozent auf minus 19,7 Millionen Mark zurück.

Grund seien verstärkte Investitionen im Bereich mobiles Internet (M-Business). "Wir sind überzeugt, dass sich diese Strategie mittel- und langfristig auszahlen wird", sagt Vorstandschef Stefan Röver.

Kurssturz am Neuen Markt

Die Anleger am Neuen Markt scheinen von der Strategie nicht überzeugt zu sein. Im Nemax-50 hat die Aktie von Brokat mit einem Minus von über 15 Prozent die rote Laterne getragen. Damit ist der Titel nur noch ein Viertel wert im Vergleich zu seinem Jahreshoch von 200 Euro im März.

Das Geschäftsfeld M-Business habe lauf Röver bereits einen Umsatzanteil von 18 Prozent erreicht. Der Kurs der Aktie gab bis zum Mittag deutlich um 15,81 Prozent nach und sackte auf 52,20 Euro.

Die Quartalsumsätze stiegen insgesamt um 143 Prozent auf 56,9 Millionen Mark. Der Nettoverlust lag bei 56,5 Millionen Mark (Vorjahr: 24,5 Millionen Mark).

Darin enthalten seien Aufwendungen für das Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm und hohe Abschreibungen. In den ersten neun Monaten erzielte die am Neuen Markt notierte Brokat AG ein Umsatzwachstum von 109 Prozent. Der Auslandsanteil kletterte von 27 auf 57 Prozent.

Zum 30.9. beschäftigte das Unternehmen 1267 Mitarbeiter. Brokat gilt als führend bei der Entwicklung von Software für Internet-Banking.

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