Borussia Dortmund BVB-Präsident enttäuscht über Anleger-Skepsis

Der BVB-Präsident Gerd Niebaum ist verwundert über die Skepsis, mit der der erste Börsengang eines deutschen Fußballvereins aufgenommen wird. Die Drogenaffäre um Christoph Daum habe dem Verein geschadet.

Frankfurt am Main - "Das ist in Großbritannien anders - da wird nicht nach dem Ob einer Fußball-Aktie gefragt, sondern nur nach dem Wie", sagte Niebaum in Frankfurt bei der Erstnotiz der BVB-Aktie. Seiner Meinung nach werde der deutsche Markt anscheinend noch einige Zeit brauchen, um sich mit Aktien dieser Art vertraut zu machen.

"Kursentwicklung von den Spielen trennen"

Die Kursentwicklung der BVB-Aktie sollte nach Meinung von Niebaum unabhängig von Ausgang der jeweils letzten Fußballspiele sein. "Wir müssen den Beweis führen, dass hinter der Aktie echtes Unternehmertum steht." Der BVB biete auch ohne die ganz großen sportlichen Erfolge "klare, planbare Sicherheit" - dazu zählen für Niebaum etwa die Einnahmen aus den rund 40.000 verkauften Dauerkarten für das Westfalenstadion.

Die 330 Millionen Mark, die dem Verein durch den Börsengang zufließen, will Niebaum in "Steine und Beine" investieren. Fußballnahe Geschäftsfelder sollen aufgebaut werden. Beispielsweise werde der Verein seine Beteiligung am Dortmunder Westfalenstadion erhöhen.

Die Drogenaffäre um Christoph Daum habe dem Börsengang des BVB geschadet, sagte Niebaum: "Das hat uns schon die Aufmerksamkeit weggenommen, alle Zeitungen haben ja nur noch über den Fall Daum geschrieben." Der Fußball werde sich aber seiner Meinung nach von dieser Affäre erholen - einen langfristigen Schaden erwarte er nicht.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.